
Sommermaerchen-Entzug: Deutschland wartet sehnsüchtig auf Brot, Spiele und Korruption
Deutschland befindet sich im emotionalen Schwebezustand zwischen Fußball-Burnout und akuter Trikot-Amnesie. Laut Philipp Wundersee spaltet die Frage nach der WM-Stimmung das Land mehr als die Frage, ob Ananas auf Pizza gehört. Während die einen beim Gedanken an die FIFA bereits Hautausschlag und moralische Schnappatmung bekommen, warten andere verzweifelt auf das Wunder der Euphorie. Ein Forscher hat nun die bahnbrechende Erkenntnis geliefert, dass Erfolg tatsächlich gegen schlechte Laune hilft. Wer hätte das gedacht? Wenn wir gewinnen, finden wir alles super, wenn wir verlieren, ist der Kommerz schuld. Die Geopolitik ist für den Fan am Currywurst-Stand ohnehin nur das nervige Rauschen im Hintergrund, solange das Bier kalt ist und der Schiedsrichter keine Tomaten auf den Augen hat. Am Ende ist das deutsche Gemüt wie eine alte Autobatterie: Man muss sie mit ein paar Siegen überbrücken, damit der Motor der nationalen Begeisterung überhaupt erst wieder anfängt zu husten. Wenn alles nichts hilft, nennen wir die nächste WM einfach Sommermaerchen 2.0 und hoffen, dass die moralischen Bedenken im Freibad ertrinken. Wenn wir den Titel nicht holen, beschweren wir uns einfach bei der FIFA darüber, dass der Ball zu rund war.