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In einer Zeit, in der die politische Konkurrenz sich zwischen Abschiebephantasien und dem Erhalt des Verbrennermotors zerfleischt, wagt Die Linke den riskantesten Schritt ihrer Geschichte: Sie existiert noch immer. Parteichefin Ines Schwerdtner warnte auf dem Parteitag vor einem drohenden Sturm, was in der Realität der Linkspartei meist bedeutet, dass jemand vergessen hat, das Fenster im Kreisbüro Bitterfeld zu schließen. Während die Mitgliederzahlen steigen, was bei einem Ausgangsniveau von drei Hanseln und einem nostalgischen Telefonbucheintrag statistisch unumgänglich war, mahnt die Führung zur Vorsicht. Man wolle den Klassenkampf von unten führen – eine strategisch kluge Entscheidung, da man von oben ohnehin nur noch mit dem Fernglas und einer gehörigen Portion Halluzinogene wahrgenommen wird. Die größte Angst der Delegierten bleibt derweil die Rückkehr zur parlamentarischen Relevanz: Ein Überschreiten der Fünf-Prozent-Hürde würde schließlich bedeuten, dass man echte Konzepte statt wohlklingender Flugblätter produzieren müsste, was die traditionelle Diskussionskultur aus Selbstzerfleischung und Kleingarten-Marxismus empfindlich stören könnte. Schwerdtners Appell ist daher ein Meisterwerk der psychologischen Kriegsführung gegen den eigenen Optimismus. Wenn die Linke sagt, sie sei nicht gewappnet, dann ist das keine Warnung, sondern das beruhigende Versprechen an ihre Wähler, dass man auch in Zukunft zuverlässig an der eigenen Bedeutungslosigkeit scheitern wird, während man den Kapitalismus mit der Durchschlagskraft eines nassen Toastbrots bekämpft. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Revolution ist bei der Linken wie ein Software-Update bei der Bahn – theoretisch angekündigt, aber praktisch durch eine defekte Weiche im Jahr 1919 blockiert.
Inland

Die Linke warnt vor Wahlsieg: Überarbeitung droht im Falle politischer Relevanz

In einer Zeit, in der die politische Konkurrenz sich zwischen Abschiebephantasien und dem Erhalt des Verbrennermotors zerfleischt, wagt Die Linke den riskantesten Schritt ihrer Geschichte: Sie existiert noch immer. Parteichefin Ines Schwerdtner warnte auf dem Parteitag vor einem drohenden Sturm, was in der Realität der Linkspartei meist bedeutet, dass jemand vergessen hat, das Fenster im Kreisbüro Bitterfeld zu schließen. Während die Mitgliederzahlen steigen, was bei einem Ausgangsniveau von drei Hanseln und einem nostalgischen Telefonbucheintrag statistisch unumgänglich war, mahnt die Führung zur Vorsicht. Man wolle den Klassenkampf von unten führen – eine strategisch kluge Entscheidung, da man von oben ohnehin nur noch mit dem Fernglas und einer gehörigen Portion Halluzinogene wahrgenommen wird. Die größte Angst der Delegierten bleibt derweil die Rückkehr zur parlamentarischen Relevanz: Ein Überschreiten der Fünf-Prozent-Hürde würde schließlich bedeuten, dass man echte Konzepte statt wohlklingender Flugblätter produzieren müsste, was die traditionelle Diskussionskultur aus Selbstzerfleischung und Kleingarten-Marxismus empfindlich stören könnte. Schwerdtners Appell ist daher ein Meisterwerk der psychologischen Kriegsführung gegen den eigenen Optimismus. Wenn die Linke sagt, sie sei nicht gewappnet, dann ist das keine Warnung, sondern das beruhigende Versprechen an ihre Wähler, dass man auch in Zukunft zuverlässig an der eigenen Bedeutungslosigkeit scheitern wird, während man den Kapitalismus mit der Durchschlagskraft eines nassen Toastbrots bekämpft. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Revolution ist bei der Linken wie ein Software-Update bei der Bahn – theoretisch angekündigt, aber praktisch durch eine defekte Weiche im Jahr 1919 blockiert.

20.06.2026, 16:00 · Ausgabe Nr. 103

Original Nachricht

Die Linke steht in den Umfragen gut da, ihre Mitgliederzahl steigt. Doch auf dem Parteitag warnte Parteichefin Schwerdtner vor zu viel Euphorie. Sie rief zum Kampf gegen einen Rechtsruck und zum Klassenkampf von unten auf. Von P. Eckstein.

Quelle: tagesschau.de