
Posttraumatische Belastung: Selenskyj entsorgt polnischen Blechschrott via Einschreiben
In einer diplomatischen Glanzleistung, die selbst erfahrene Protokollchefs in Schnappatmung versetzt, hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das polnische Paketzentrum zur Arena des geopolitischen Egos verklärt. Nachdem Warschau pikiert die höchste staatliche Auszeichnung entzogen hatte – offenbar weil die Ukraine ihre Bataillone lieber nach historischen Sturköpfen als nach polnischen Wunschträumen benennt – erfolgte nun die prompte Retoure per Standardversand. Selenskyj, der seit Jahren den Spagat zwischen Staatsmann und wandelnder Munitionsbestellung perfektioniert hat, beweist hierbei ein Gespür für Timing, das man sonst nur von Scheidungskriegen in den besseren Vierteln von London kennt. Es ist die ultimative Form der zwischenstaatlichen Passiv-Aggressivität: Den Orden nicht etwa feierlich im Giftschrank zu deponieren, sondern ihn wie eine falsch gelieferte Heißluftfritteuse zurück an den Absender zu schicken. Beobachter rätseln bereits, ob dem Paket ein Gutschein für ein polnisches Restaurant beilag, um die angespannte Stimmung mit Piroggen zu kitten, oder ob die Versandkosten gar unfrankiert beim polnischen Präsidentenamt anfielen. Wer braucht schon territoriale Integrität, wenn man sich stattdessen über die Etikette bei der Namensgebung von Infanterie-Einheiten zerfleischen kann, als handele es sich um die Besetzung einer deutschen Vorabendserie. In Warschau ist man indes so beleidigt, dass die nationale Ehre vermutlich nur noch durch den Bau einer Mauer aus reinem Stolz gerettet werden kann. Die bittere Pointe dieser Farce: Am Ende bleibt von der ostelbischen Verbrüderung wohl nur noch ein zerfledderter Frankierschein und die Erkenntnis, dass diplomatischer Anstand heutzutage seltener ist als ein funktionierender WLAN-Hotspot in der brandenburgischen Provinz.