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Nachdem die Expertenkommission der Bundesregierung fünf Monate lang in gediegenen Konferenzräumen Mineralwasser im Wert eines durchschnittlichen Bruttosozialprodukts konsumiert hat, liegen nun die Ergebnisse zur Rettung des Rentensystems vor. Die Quintessenz der Expertise lässt sich als ein architektonisches Meisterwerk des zynischen Realismus beschreiben. Kernvorschlag ist das sogenannte biologische Abklingbecken-Modell: Um die Beitragsstabilität bei 22 Prozent zu zementieren, empfiehlt die Kommission, das Renteneintrittsalter flexibel an die individuelle Lebenserwartung zu koppeln, wobei der Ruhestand mathematisch präzise exakt drei Werktage vor dem Ableben beginnt. Hubertus Heil feierte das Papier bereits als Meilenstein der Generationengerechtigkeit, da es jungen Menschen die Sorge nimmt, jemals in den Genuss von Freizeit im Alter kommen zu müssen. Ein besonderes Schmankerl der Expertenrunde ist die Einführung einer progressiven Demenz-Steuer: Wer vergisst, dass er eigentlich Anspruch auf Bezüge hätte, schont direkt den Bundeshaushalt. Zur Gegenfinanzierung der restlichen Lücken schlägt das Gremium vor, die Rollatoren der Republik auf Carsharing-Basis an hippe Berliner Start-up-Gründer zu vermieten, die das langsame Tempo als entschleunigende Achtsamkeitspraxis vermarkten. Man muss die ökonomische Eleganz bewundern: In einem Land, in dem die Bahn nicht kommt und das Internet per Brieftaube verteilt wird, ist ein Rentensystem, das physische Präsenz am Arbeitsplatz bis zur Mumifizierung verlangt, nur die logische Fortsetzung der deutschen Effizienz-Folklore. Wer am Ende noch atmet, hat schlicht die fiskalische Solidarität nicht verstanden.
Wirtschaft

Senioren-Recycling und Pfandpflicht auf Gehstöcke: Die finale Endlösung der Rentenfrage

Nachdem die Expertenkommission der Bundesregierung fünf Monate lang in gediegenen Konferenzräumen Mineralwasser im Wert eines durchschnittlichen Bruttosozialprodukts konsumiert hat, liegen nun die Ergebnisse zur Rettung des Rentensystems vor. Die Quintessenz der Expertise lässt sich als ein architektonisches Meisterwerk des zynischen Realismus beschreiben. Kernvorschlag ist das sogenannte biologische Abklingbecken-Modell: Um die Beitragsstabilität bei 22 Prozent zu zementieren, empfiehlt die Kommission, das Renteneintrittsalter flexibel an die individuelle Lebenserwartung zu koppeln, wobei der Ruhestand mathematisch präzise exakt drei Werktage vor dem Ableben beginnt. Hubertus Heil feierte das Papier bereits als Meilenstein der Generationengerechtigkeit, da es jungen Menschen die Sorge nimmt, jemals in den Genuss von Freizeit im Alter kommen zu müssen. Ein besonderes Schmankerl der Expertenrunde ist die Einführung einer progressiven Demenz-Steuer: Wer vergisst, dass er eigentlich Anspruch auf Bezüge hätte, schont direkt den Bundeshaushalt. Zur Gegenfinanzierung der restlichen Lücken schlägt das Gremium vor, die Rollatoren der Republik auf Carsharing-Basis an hippe Berliner Start-up-Gründer zu vermieten, die das langsame Tempo als entschleunigende Achtsamkeitspraxis vermarkten. Man muss die ökonomische Eleganz bewundern: In einem Land, in dem die Bahn nicht kommt und das Internet per Brieftaube verteilt wird, ist ein Rentensystem, das physische Präsenz am Arbeitsplatz bis zur Mumifizierung verlangt, nur die logische Fortsetzung der deutschen Effizienz-Folklore. Wer am Ende noch atmet, hat schlicht die fiskalische Solidarität nicht verstanden.

21.06.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 108

Original Nachricht

Die Altersbezüge stabil halten, bei einer immer älter werdenden Bevölkerung - wie kann das gehen? Eine Expertenrunde hat fünf Monate lang nach Lösungen gesucht. Das sind nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios die Vorschläge der Rentenkommission.

Quelle: tagesschau.de