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In Berlin und Brandenburg herrscht endlich wieder das gewohnte meteorologische Delirium, das den Durchschnittsbürger in die emotionale Instabilität eines Kleinkindes treibt. Nachdem das brandenburgische Flachland kurzzeitig versuchte, sich durch Starkregen in ein zweites Venedig zu verwandeln – nur ohne den kulturellen Glanz, dafür mit mehr Kiefernadeln im Gully – bereitet sich die Feuerwehr nun auf das Gegenteil vor. Die Einsatzkräfte mussten gestern Bäume von den Straßen räumen, die offensichtlich vor der ästhetischen Trostlosigkeit des Berliner Umlands kapituliert hatten und sich kurzerhand flachlegten. Doch während das Wasser noch in den Kellern der Vorstadt-Träume steht, kündigt der Deutsche Wetterdienst bereits die nächste Hitzewelle an. Es ist die perfekte Simulation einer schlechten Beziehung: Erst wird man eiskalt geduscht, dann folgt die erstickende Hitze der Unterdrückung. Die Meteorologen verkaufen uns dieses atmosphärische Schleudertrauma als Sommer, obwohl es eigentlich nur die konsequente Fortsetzung der deutschen Mentalität ist: Entweder wir saufen ab oder wir verbrennen, Hauptsache, man hat einen Grund, beim Grillen über die Ampelkoalition zu schwadronieren. Die Hauptstadtregion verwandelt sich somit in ein gigantisches Dampfbad, in dem der Schweiß der Pendler die einzige verlässliche Währung bleibt. Dass die Bäume umkippen, ist im Grunde nur ein Akt der Solidarität mit der hiesigen Infrastruktur, die bekanntlich schon bei einem feuchten Händedruck des Schicksals kollabiert. Wer braucht schon Stabilität, wenn er das subtile Aroma von schmorendem Asphalt und nasser Hundewolle in einer S-Bahn ohne Klimaanlage genießen kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der deutsche Sommer lediglich ein großangelegter Belastungstest für Deodorants ist, den das Land wie gewohnt mit einem kräftigen Mief aus Selbstmitleid und Sonnenbrand verliert.
Panorama

Deutscher Sommer: Ein feuchtfröhliches Armageddon zwischen Baumsturz und Umluftgrill

In Berlin und Brandenburg herrscht endlich wieder das gewohnte meteorologische Delirium, das den Durchschnittsbürger in die emotionale Instabilität eines Kleinkindes treibt. Nachdem das brandenburgische Flachland kurzzeitig versuchte, sich durch Starkregen in ein zweites Venedig zu verwandeln – nur ohne den kulturellen Glanz, dafür mit mehr Kiefernadeln im Gully – bereitet sich die Feuerwehr nun auf das Gegenteil vor. Die Einsatzkräfte mussten gestern Bäume von den Straßen räumen, die offensichtlich vor der ästhetischen Trostlosigkeit des Berliner Umlands kapituliert hatten und sich kurzerhand flachlegten. Doch während das Wasser noch in den Kellern der Vorstadt-Träume steht, kündigt der Deutsche Wetterdienst bereits die nächste Hitzewelle an. Es ist die perfekte Simulation einer schlechten Beziehung: Erst wird man eiskalt geduscht, dann folgt die erstickende Hitze der Unterdrückung. Die Meteorologen verkaufen uns dieses atmosphärische Schleudertrauma als Sommer, obwohl es eigentlich nur die konsequente Fortsetzung der deutschen Mentalität ist: Entweder wir saufen ab oder wir verbrennen, Hauptsache, man hat einen Grund, beim Grillen über die Ampelkoalition zu schwadronieren. Die Hauptstadtregion verwandelt sich somit in ein gigantisches Dampfbad, in dem der Schweiß der Pendler die einzige verlässliche Währung bleibt. Dass die Bäume umkippen, ist im Grunde nur ein Akt der Solidarität mit der hiesigen Infrastruktur, die bekanntlich schon bei einem feuchten Händedruck des Schicksals kollabiert. Wer braucht schon Stabilität, wenn er das subtile Aroma von schmorendem Asphalt und nasser Hundewolle in einer S-Bahn ohne Klimaanlage genießen kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der deutsche Sommer lediglich ein großangelegter Belastungstest für Deodorants ist, den das Land wie gewohnt mit einem kräftigen Mief aus Selbstmitleid und Sonnenbrand verliert.

22.06.2026, 04:00 · Ausgabe Nr. 115

Original Nachricht

Starkregen, umgeknickte Bäume: Vor allem in Berlin und Brandenburg musste die Feuerwehr gestern immer wieder ausrücken. Nun wird es wieder heiß: Die nächste Hitzewelle kommt.

Quelle: tagesschau.de