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In einer Sternstunde der ökonomischen Nekrophilie hat die Rentenkommission Vorschläge unterbreitet, die das demografische Problem mit der Eleganz eines Fallbeils lösen. Während die Junge Union den Plan feiert, die Lebensarbeitszeit bis tief in die Postexistenz zu verlängern, fordert die Senioren-Union lediglich eine flächendeckende Installation von Treppenliften in Bergwerken. Es ist die Vollendung des preußischen Traums: Der Staatsbürger als biologische Einwegbatterie, die exakt in dem Moment entladen ist, in dem der erste Rentenscheck den Briefkasten verstopfen könnte. Die Opposition und die Gewerkschaften reagieren derweil mit dem üblichen rituellen Entsetzen, das so authentisch wirkt wie die Haarfarbe von Gerhard Schröder. Die Kritik der Gewerkschaften ließe sich am besten als betreutes Meckern zusammenfassen, während sie insgeheim froh sind, dass ihre Mitglieder vor Erreichen des Ruhestands ohnehin an der allgemeinen Resignation verenden. Besonders pikant ist das Lob der Jungen Union, die offenbar davon ausgeht, dass ein Dreiundneunzigjähriger mit rheumatischen Gelenken die Digitalisierung vorantreibt, während er versucht, den QR-Code auf seinem Rollator zu scannen. Es ist ein faszinierendes Experiment in angewandter Mathematik: Man erhöht das Renteneintrittsalter so lange, bis die statistische Wahrscheinlichkeit, die erste Auszahlung zu erleben, geringer ist als ein Lottogewinn bei gleichzeitiger Entführung durch Außerirdische. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das deutsche Rentensystem die einzige Institution ist, die ihren Kunden empfiehlt, aus Gründen der Haushaltsdisziplin zeitnah den Löffel abzugeben. Wer heute noch in die Rentenkasse einzahlt, investiert nicht in seine Zukunft, sondern finanziert lediglich die Goldrandlösung für die letzte Generation von Politikern, die noch wusste, wie man ein Faxgerät bedient.
Wirtschaft

Gerontokratische Endlösung: Rentenkommission empfiehlt Ableben pünktlich zum 67. Geburtstag

In einer Sternstunde der ökonomischen Nekrophilie hat die Rentenkommission Vorschläge unterbreitet, die das demografische Problem mit der Eleganz eines Fallbeils lösen. Während die Junge Union den Plan feiert, die Lebensarbeitszeit bis tief in die Postexistenz zu verlängern, fordert die Senioren-Union lediglich eine flächendeckende Installation von Treppenliften in Bergwerken. Es ist die Vollendung des preußischen Traums: Der Staatsbürger als biologische Einwegbatterie, die exakt in dem Moment entladen ist, in dem der erste Rentenscheck den Briefkasten verstopfen könnte. Die Opposition und die Gewerkschaften reagieren derweil mit dem üblichen rituellen Entsetzen, das so authentisch wirkt wie die Haarfarbe von Gerhard Schröder. Die Kritik der Gewerkschaften ließe sich am besten als betreutes Meckern zusammenfassen, während sie insgeheim froh sind, dass ihre Mitglieder vor Erreichen des Ruhestands ohnehin an der allgemeinen Resignation verenden. Besonders pikant ist das Lob der Jungen Union, die offenbar davon ausgeht, dass ein Dreiundneunzigjähriger mit rheumatischen Gelenken die Digitalisierung vorantreibt, während er versucht, den QR-Code auf seinem Rollator zu scannen. Es ist ein faszinierendes Experiment in angewandter Mathematik: Man erhöht das Renteneintrittsalter so lange, bis die statistische Wahrscheinlichkeit, die erste Auszahlung zu erleben, geringer ist als ein Lottogewinn bei gleichzeitiger Entführung durch Außerirdische. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das deutsche Rentensystem die einzige Institution ist, die ihren Kunden empfiehlt, aus Gründen der Haushaltsdisziplin zeitnah den Löffel abzugeben. Wer heute noch in die Rentenkasse einzahlt, investiert nicht in seine Zukunft, sondern finanziert lediglich die Goldrandlösung für die letzte Generation von Politikern, die noch wusste, wie man ein Faxgerät bedient.

22.06.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 117

Original Nachricht

Die bereits bekannt gewordenen Vorschläge der Rentenkommission stoßen auf geteilte Meinungen. Lob kommt von der Jungen Union und der Senioren-Union, Kritik von Opposition und Gewerkschaften.

Quelle: tagesschau.de