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Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich heute persönlich auf den Weg gemacht, um im litauischen Unterholz nach dem Rechten und vor allem nach funktionstüchtigem Großgerät zu sehen. Bei der Übung Freedom Shield demonstrieren knapp 2.900 Soldaten, dass die Bundeswehr durchaus in der Lage ist, Zelte aufzuschlagen, bevor die bürokratische Genehmigung des Umweltbundesamtes für das Befahren von Moorböden vorliegt. Pistorius, der im Berliner Polit-Aquarium derzeit als einzige moralische Instanz mit Oberarmumfang gilt, begutachtete die NATO-Ostflanke mit jenem stoischen Blick, den sonst nur ein Meteorologe kurz vor dem Weltuntergang pflegt. Es ist ein rührendes Bild: Deutsche Panzer rollen wieder Richtung Osten, diesmal jedoch mit ordnungsgemäß ausgefülltem Fahrtenbuch und einer vegetarischen Feldküche, die selbst den hartgesottensten Infanteristen zur Kapitulation vor der Bio-Linsen-Bolognese zwingt. Während die litauischen Gastgeber hoffen, dass die Bundeswehr mehr als nur symbolische Präsenz und ein paar mangelhafte Funkgeräte mitbringt, üben die Soldaten die Verteidigung gegen einen imaginären Feind, der vermutlich vor Lachen von seinem Bären fällt, wenn er die Ersatzteilliste der Panzerhaubitze 2000 sieht. Pistorius spielt die Rolle des entschlossenen Feldherrn so überzeugend, dass man fast vergessen könnte, dass die größte Bedrohung für die Truppe nicht der belarussische Grenzschutz, sondern der nächste Prüfbericht des Bundesrechnungshofes ist. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Ostflanke ist sicher, solange der Gegner nicht vorhat, nach 22 Uhr die Nachtruhe durch übermäßigen Kettenlärm zu stören.
Ausland

Expeditionskorps Litauen: Boris Pistorius sucht den Vorwärtsgang im baltischen Vorgarten

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich heute persönlich auf den Weg gemacht, um im litauischen Unterholz nach dem Rechten und vor allem nach funktionstüchtigem Großgerät zu sehen. Bei der Übung Freedom Shield demonstrieren knapp 2.900 Soldaten, dass die Bundeswehr durchaus in der Lage ist, Zelte aufzuschlagen, bevor die bürokratische Genehmigung des Umweltbundesamtes für das Befahren von Moorböden vorliegt. Pistorius, der im Berliner Polit-Aquarium derzeit als einzige moralische Instanz mit Oberarmumfang gilt, begutachtete die NATO-Ostflanke mit jenem stoischen Blick, den sonst nur ein Meteorologe kurz vor dem Weltuntergang pflegt. Es ist ein rührendes Bild: Deutsche Panzer rollen wieder Richtung Osten, diesmal jedoch mit ordnungsgemäß ausgefülltem Fahrtenbuch und einer vegetarischen Feldküche, die selbst den hartgesottensten Infanteristen zur Kapitulation vor der Bio-Linsen-Bolognese zwingt. Während die litauischen Gastgeber hoffen, dass die Bundeswehr mehr als nur symbolische Präsenz und ein paar mangelhafte Funkgeräte mitbringt, üben die Soldaten die Verteidigung gegen einen imaginären Feind, der vermutlich vor Lachen von seinem Bären fällt, wenn er die Ersatzteilliste der Panzerhaubitze 2000 sieht. Pistorius spielt die Rolle des entschlossenen Feldherrn so überzeugend, dass man fast vergessen könnte, dass die größte Bedrohung für die Truppe nicht der belarussische Grenzschutz, sondern der nächste Prüfbericht des Bundesrechnungshofes ist. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Die Ostflanke ist sicher, solange der Gegner nicht vorhat, nach 22 Uhr die Nachtruhe durch übermäßigen Kettenlärm zu stören.

22.06.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 121

Original Nachricht

Gut 2.900 Soldaten üben in Litauen bei der Übung "Freedom Shield" die Verteidigung der NATO-Ostflanke - unweit der Grenze zu Belarus. Heute ist Verteidigungsminister Pistorius zu Besuch. Denn die meisten Soldaten stellt die Bundeswehr.

Quelle: tagesschau.de