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In deutschen Wäldern herrscht endlich wieder Ordnung im hydrologischen Fluchtwesen. Während sich das Wasser bisher bei Starkregen wie ein steuerflüchtiger Millionär über illegale Gräben und Waldwege gen Tal davonstahl, greift Susanne Henn nun zum moralischen Zeigefinger der Forstökonomie. Es ist ein Skandal der Schwerkraft: Das Wasser fließt einfach bergab, ohne vorher ein ausführliches Beratungsgespräch beim zuständigen Borkenkäfer absolviert zu haben. Die neue Strategie des Wasserrückhalts liest sich wie ein Entwurf aus dem Innenministerium für Renitente: Statt dem nassen Element die Freiheit der Kanalisation zu gönnen, wird es nun in tiefe Löcher und ökologische Bürokratie-Sümpfe gezwungen. Man nennt es Schwammstadt-Prinzip, was im Grunde nur die höfliche Umschreibung dafür ist, dass man dem Wald das Drainage-Privileg entzieht und ihn in ein permanentes Fußbad verwandelt. Früher nannte man stehendes Wasser eine Mückenzuchtanlage oder ein Sumpfgebiet, heute ist es ein progressives Retention-Konzept zur Anwohnerbeglückung. Dass die Bäume nun unter chronischen Schlammfüßen leiden, wird billigend in Kauf genommen, solange der Keller des Einfamilienhausbesitzers im Tal so trocken bleibt wie ein Witz von Friedrich Merz. Es ist die ultimative Form der forstlichen Geiselnahme: Das Wasser bleibt im Wald, bis es entweder verdunstet oder vor lauter Verzweiflung im Grundwasser versinkt. Wenn der Wald demnächst zum unbegehbaren Feuchtbiotop mutiert, in dem Wanderer nur noch mit zertifizierten Rettungswesten und behördlicher Schwimmgenehmigung Zutritt finden, ist das Ziel erreicht. Am Ende triumphiert die deutsche Ingenieurskunst über die freche Gravitation, indem wir den Wald einfach so lange fluten, bis selbst die Buche ernsthaft über eine Umschulung zur Seerose nachdenkt.
Panorama

Hydro-Haft für Hektar: Forstamt zwingt Regenwasser endlich zum dauerhaften Bleiberecht

In deutschen Wäldern herrscht endlich wieder Ordnung im hydrologischen Fluchtwesen. Während sich das Wasser bisher bei Starkregen wie ein steuerflüchtiger Millionär über illegale Gräben und Waldwege gen Tal davonstahl, greift Susanne Henn nun zum moralischen Zeigefinger der Forstökonomie. Es ist ein Skandal der Schwerkraft: Das Wasser fließt einfach bergab, ohne vorher ein ausführliches Beratungsgespräch beim zuständigen Borkenkäfer absolviert zu haben. Die neue Strategie des Wasserrückhalts liest sich wie ein Entwurf aus dem Innenministerium für Renitente: Statt dem nassen Element die Freiheit der Kanalisation zu gönnen, wird es nun in tiefe Löcher und ökologische Bürokratie-Sümpfe gezwungen. Man nennt es Schwammstadt-Prinzip, was im Grunde nur die höfliche Umschreibung dafür ist, dass man dem Wald das Drainage-Privileg entzieht und ihn in ein permanentes Fußbad verwandelt. Früher nannte man stehendes Wasser eine Mückenzuchtanlage oder ein Sumpfgebiet, heute ist es ein progressives Retention-Konzept zur Anwohnerbeglückung. Dass die Bäume nun unter chronischen Schlammfüßen leiden, wird billigend in Kauf genommen, solange der Keller des Einfamilienhausbesitzers im Tal so trocken bleibt wie ein Witz von Friedrich Merz. Es ist die ultimative Form der forstlichen Geiselnahme: Das Wasser bleibt im Wald, bis es entweder verdunstet oder vor lauter Verzweiflung im Grundwasser versinkt. Wenn der Wald demnächst zum unbegehbaren Feuchtbiotop mutiert, in dem Wanderer nur noch mit zertifizierten Rettungswesten und behördlicher Schwimmgenehmigung Zutritt finden, ist das Ziel erreicht. Am Ende triumphiert die deutsche Ingenieurskunst über die freche Gravitation, indem wir den Wald einfach so lange fluten, bis selbst die Buche ernsthaft über eine Umschulung zur Seerose nachdenkt.

22.06.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 127

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Bei Starkregen fließt Wasser aus Wäldern oft ungehindert über Gräben oder Wege ab. Das sorgt waldabwärts für Überflutungen - und das Wasser fehlt den Bäumen. Wie aber kann es in den Wäldern gehalten werden? Von Susanne Henn.

Quelle: tagesschau.de