
Voodoo am Parkett: DAX feiert 25.000 Punkte trotz akuter Schnappatmung der Realwirtschaft
In einer beispiellosen Demonstration kollektiver Realitätsverweigerung hat der DAX die Marke von 25.000 Punkten übersprungen, während der durchschnittliche deutsche Mittelständler bereits darüber nachdenkt, ob er seine Werkshalle als Eventlocation für deprimierte Insolvenzverwalter vermietet. Dass dieser neuerliche Höhenflug primär auf den zittrigen Knien einer hyperaktiven Wall Street und sinkenden Ölpreisen fußt, erinnert an einen Patienten, dessen Puls nur deshalb steigt, weil der Bestatter beim Maßnehmen versehentlich den Defibrillator berührt hat. Die Frankfurter Börsenritter feiern das Zahlenfest mit der gewohnten Arroganz von Astrologen, die nach einem Blick in den Kaffeesatz der Quartalszahlen das Ende der Schwerkraft ausrufen. Es ist die reine Metaphysik des Kapitals: Je maroder die Schiene, je teurer die Miete und je dümmer die politische Weichenstellung, desto frenetischer zuckt der Leitindex nach oben. Man gönnt es den Algorithmen der Hochfrequenzhändler, die in Nanosekunden Entscheidungen treffen, für die ein menschliches Hirn mindestens drei Flaschen Chablis und eine lobotomische Veranlagung bräuchte. Während die Realität draußen im Regen steht und versucht, aus Pfandflaschen ein Altersvorsorgekonzept zu basteln, schwebt der DAX in einer Sphäre aus reinem Kokain und Optimismus, die physikalisch nur dadurch erklärbar ist, dass Blasen bekanntlich am besten steigen, bevor sie mit dem Geräusch einer platzenden Currywurstpappe in die Bedeutungslosigkeit implodieren. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der DAX ist wie ein brennender Tannenbaum im Wohnzimmer – er verbreitet zwar ein strahlendes Licht, aber man sollte vielleicht nicht zu lange mit dem Klatschen warten, bevor das Dach über dem Kopf wegschmilzt.