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Zehn Jahre nach dem Brexit hat Keir Starmer begriffen, dass man ein sinkendes Schiff nicht regieren kann, wenn es bereits am Meeresgrund als Korallenriff für verzweifelte Hedgefonds-Manager dient. Sein Rücktritt ist die konsequenteste fiskalpolitische Entscheidung seit der Erfindung der Fish-and-Chips-Tüte: Er wirft einfach das Handtuch, bevor das Handtuch wegen der neuen Importzölle pfändbar wird. Das Vereinigte Königreich hat sich in der vergangenen Dekade so erfolgreich von der Realität entkoppelt, dass ein Premierminister heute eigentlich nur noch die Aufgabe eines Palliativmediziners für ein einstiges Weltreich wahrnimmt. Starmer, dessen Charisma bisher zuverlässig jedes brennende Kaminfeuer im Umkreis von fünf Kilometern löschte, hinterlässt ein Land, das stolz darauf ist, die Souveränität zurückgewonnen zu haben, seine eigene Armut nun endlich wieder in Pfund und Pence statt in Euro zu messen. Die Probleme Großbritanniens sind inzwischen so tief verwurzelt, dass selbst die Queen im Jenseits vermutlich einen Antrag auf Einbürgerung in Luxemburg stellen würde, nur um die Schlagzeilen der Daily Mail nicht mehr als Staatsbürgerin ertragen zu müssen. Wer glaubt, dass nach Starmer Besserung eintritt, hält wahrscheinlich auch eine Tube Klebstoff für ein adäquates Mittel zur Sanierung des maroden Schienennetzes. Letztlich ist Großbritannien heute wie ein Ex-Rockstar, der in einer dreckigen Einzimmerwohnung von alten Tourneen schwärmt, während er versucht, aus tschechischem Feuerzeuggas ein Gourmet-Menü zu zaubern. Starmers Abgang ist kein politischer Akt, sondern schlichtweg die Kapitulation vor der Erkenntnis, dass man eine Insel nicht regieren kann, deren wichtigster Exportartikel mittlerweile die kollektive schlechte Laune ist.
Ausland

Inselbegabung Rücktritt: Keir Starmer flieht vor der allgemeinen britischen Existenzangst

Zehn Jahre nach dem Brexit hat Keir Starmer begriffen, dass man ein sinkendes Schiff nicht regieren kann, wenn es bereits am Meeresgrund als Korallenriff für verzweifelte Hedgefonds-Manager dient. Sein Rücktritt ist die konsequenteste fiskalpolitische Entscheidung seit der Erfindung der Fish-and-Chips-Tüte: Er wirft einfach das Handtuch, bevor das Handtuch wegen der neuen Importzölle pfändbar wird. Das Vereinigte Königreich hat sich in der vergangenen Dekade so erfolgreich von der Realität entkoppelt, dass ein Premierminister heute eigentlich nur noch die Aufgabe eines Palliativmediziners für ein einstiges Weltreich wahrnimmt. Starmer, dessen Charisma bisher zuverlässig jedes brennende Kaminfeuer im Umkreis von fünf Kilometern löschte, hinterlässt ein Land, das stolz darauf ist, die Souveränität zurückgewonnen zu haben, seine eigene Armut nun endlich wieder in Pfund und Pence statt in Euro zu messen. Die Probleme Großbritanniens sind inzwischen so tief verwurzelt, dass selbst die Queen im Jenseits vermutlich einen Antrag auf Einbürgerung in Luxemburg stellen würde, nur um die Schlagzeilen der Daily Mail nicht mehr als Staatsbürgerin ertragen zu müssen. Wer glaubt, dass nach Starmer Besserung eintritt, hält wahrscheinlich auch eine Tube Klebstoff für ein adäquates Mittel zur Sanierung des maroden Schienennetzes. Letztlich ist Großbritannien heute wie ein Ex-Rockstar, der in einer dreckigen Einzimmerwohnung von alten Tourneen schwärmt, während er versucht, aus tschechischem Feuerzeuggas ein Gourmet-Menü zu zaubern. Starmers Abgang ist kein politischer Akt, sondern schlichtweg die Kapitulation vor der Erkenntnis, dass man eine Insel nicht regieren kann, deren wichtigster Exportartikel mittlerweile die kollektive schlechte Laune ist.

23.06.2026, 10:00 · Ausgabe Nr. 136

Original Nachricht

Der britische Premierminister Starmer tritt zurück - zehn Jahre nach dem Brexit. Wieso gerade jetzt? 11KM über die Probleme und die Zukunft Großbritanniens.

Quelle: tagesschau.de