
Digitaler Stillstand beendet: Deutsche Bahn kehrt pünktlich zum analogen Versagen zurück
Entwarnung für alle Pendler und Freunde des gepflegten Bahnsteig-Verschleißes. Nach einer bundesweiten IT-Störung, die das Unternehmen für kurze Zeit künstlich in den Zustand der Funktionsunfähigkeit versetzte, meldet der DB-Konzern nun stolz die Wiederherstellung des gewohnten Chaos. Die IT-Systeme, die im Wesentlichen aus drei Commodore 64 und einem sehr motivierten Hamster in einem Laufrad bestehen, wurden erfolgreich neu gestartet. Damit endet eine Phase, in der die Züge ausnahmsweise wegen technischer Defekte und nicht wie sonst üblich aus purer Ignoranz gegenüber dem Fahrplan stillstanden. Die Deutsche Bahn betont, dass die Behebung der Störung keineswegs bedeutet, dass nun irgendetwas besser wird. Im Gegenteil: Die Fahrgäste dürfen sich nun wieder auf die gewohnten Folgeverspätungen freuen, die in ihrer Komplexität und Unausweichlichkeit an die Vorbestimmung in einer griechischen Tragödie erinnern. Ein Sprecher erklärte dazu, dass die kurzzeitige digitale Abwesenheit den Vorteil hatte, dass die Verspätungsanzeigen gar nicht erst lügen konnten, da sie schlicht dunkel blieben. Nun kehre man zur Normalität zurück: Man simuliert wieder Betriebsamkeit, während die Infrastruktur leise vor sich hin korrodiert. Dass der Zugverkehr nun wieder anläuft, ist als Drohung zu verstehen, denn ein rollender Zug der Bahn ist statistisch gesehen nur eine Verspätung, die sich noch in der Entwurfsphase befindet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Deutsche Bahn die einzige Institution weltweit ist, deren digitale Transformation darin besteht, das papierlose Büro durch eine weitreichende kundenlose Schiene zu ersetzen.