
Algorithmenverbot für unter 90-Jährige: Expertenkommission empfiehlt digitales Klosterleben für Unmündige
Die Expertenkommission der Bundesregierung hat einen Geistesblitz erlitten, der in seiner Helligkeit an die Funzel einer preußischen Bergmannslampe erinnert. Um die Jugend vor den moralischen Abgründen des Internets zu bewahren, empfiehlt das Gremium nun die konsequente Rückführung der Kommunikation in das 19. Jahrhundert. Sarah Beham berichtet von Plänen, das WLAN in Kinderzimmern durch Brieftauben und Blockflötenkonzerte zu ersetzen. Während die SPD noch darüber debattiert, ob man das Internet nicht einfach staatlich verwalten und mit einer 30-jährigen Kündigungsfrist versehen sollte, fordert die Union bereits die flächendeckende Gesichtskontrolle beim Einloggen, durchgeführt von fachkundigen Dorfpolizisten im Ruhestand. Besonders charmant ist der Vorschlag, TikTok-Tänze erst nach Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses und einer abgeschlossenen Ausbildung im Standardtanz zu gestatten. Der Schutz der Kinder ist den Experten so heilig, dass sie das Netz am liebsten komplett einbetonieren würden, damit die Kleinen endlich wieder lernen, wie man aus Langeweile an Bleistiften kaut oder die Tapete im Korridor auswendig lernt. In einer Welt, in der die Aufmerksamkeitsspanne eines Durchschnittswählers bereits unter die eines Goldfisches auf Valium gesunken ist, wirkt der Versuch, das Internet durch pädagogische Zeigefinger zu bändigen, so Erfolg versprechend wie der Versuch, eine Lawine mit einer handelsüblichen Kuchengabel aufzuhalten. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der beste Jugendschutz wäre vermutlich, wenn die Politik selbst endlich den Stecker zöge, bevor sie uns beim Versuch, Neuland zu verstehen, endgültig in die kollektive Debilität moderiert.