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In einer beispiellosen Demonstration staatlicher Geistesgegenwart hat die Bundesanwaltschaft nun Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin und Frankfurt durchsucht, um ein Rätsel zu lösen, das bisher nur die gesamte Weltbevölkerung seit Februar 2022 verstanden hatte. Man hegt den kühnen Verdacht, dass russische Geschäftsleute bei der Ex-Gazprom-Tochter eventuell nicht primär das Ziel verfolgten, die deutschen Vorgärten mollig warm zu halten, sondern – halten Sie sich am Aktendeckel fest – die strategische Sabotage deutscher Gasspeicher forcierten. Es ist eine kriminalistische Glanzleistung der Marke Spätlese, dass man nun, nachdem die Speicher längst verstaatlicht wurden und der Winter ohnehin durch die globale Erwärmung zum verlängerten Frühherbst mutierte, mit Rammbock und Durchsuchungsbeschluss anrückt. Die Ermittler suchen offenbar nach belastenden Dokumenten, die belegen könnten, dass Wladimir Putins Statthalter nicht aus purer Menschenliebe den Gashahn zudrehten, sondern womöglich eine Agenda verfolgten, die über die bloße Maximierung von Bonuszahlungen im Frankfurter Westend hinausging. Die Durchsuchungen rütteln die Finanzwelt wach: Wer hätte ahnen können, dass ein Konzern, dessen Name auf 'prom' endet und dessen Geschäftsmodell auf fossiler Erpressung basiert, so unhöflich sein könnte, die deutsche Infrastruktur als Lego-Baukasten für geopolitische Psychospielchen zu missbrauchen? Während die Bundesanwaltschaft noch darüber rätselt, ob das absichtliche Entleeren von Speichern als Sabotage oder lediglich als besonders minimalistisches Lagermanagement nach Marie Kondo zu werten ist, steht eines fest: Die deutsche Justiz arbeitet mit der Geschwindigkeit eines Internet-Explorers auf einem 56k-Modem, liefert dafür aber eine Pointe, die so trocken ist wie die deutschen Gasreserven im März 2022.
Investigativ

Schockdiagnose bei Gazprom-Ex: Ermittler finden Spuren von Russland in russischen Firmen

In einer beispiellosen Demonstration staatlicher Geistesgegenwart hat die Bundesanwaltschaft nun Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin und Frankfurt durchsucht, um ein Rätsel zu lösen, das bisher nur die gesamte Weltbevölkerung seit Februar 2022 verstanden hatte. Man hegt den kühnen Verdacht, dass russische Geschäftsleute bei der Ex-Gazprom-Tochter eventuell nicht primär das Ziel verfolgten, die deutschen Vorgärten mollig warm zu halten, sondern – halten Sie sich am Aktendeckel fest – die strategische Sabotage deutscher Gasspeicher forcierten. Es ist eine kriminalistische Glanzleistung der Marke Spätlese, dass man nun, nachdem die Speicher längst verstaatlicht wurden und der Winter ohnehin durch die globale Erwärmung zum verlängerten Frühherbst mutierte, mit Rammbock und Durchsuchungsbeschluss anrückt. Die Ermittler suchen offenbar nach belastenden Dokumenten, die belegen könnten, dass Wladimir Putins Statthalter nicht aus purer Menschenliebe den Gashahn zudrehten, sondern womöglich eine Agenda verfolgten, die über die bloße Maximierung von Bonuszahlungen im Frankfurter Westend hinausging. Die Durchsuchungen rütteln die Finanzwelt wach: Wer hätte ahnen können, dass ein Konzern, dessen Name auf 'prom' endet und dessen Geschäftsmodell auf fossiler Erpressung basiert, so unhöflich sein könnte, die deutsche Infrastruktur als Lego-Baukasten für geopolitische Psychospielchen zu missbrauchen? Während die Bundesanwaltschaft noch darüber rätselt, ob das absichtliche Entleeren von Speichern als Sabotage oder lediglich als besonders minimalistisches Lagermanagement nach Marie Kondo zu werten ist, steht eines fest: Die deutsche Justiz arbeitet mit der Geschwindigkeit eines Internet-Explorers auf einem 56k-Modem, liefert dafür aber eine Pointe, die so trocken ist wie die deutschen Gasreserven im März 2022.

24.06.2026, 13:00 · Ausgabe Nr. 151

Original Nachricht

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Sabotage an deutschen Gasspeichern durch russische Geschäftsleute. In Berlin und Frankfurt werden deshalb Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Von M. Götschenberg und H. Schmidt.

Quelle: tagesschau.de