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Endlich erfährt der afrikanische Kontinent die Art von diplomatischer Aufmerksamkeit, die er verdient: Ein französischer Mediziner hat nach seinem Aufenthalt in der Demokratischen Republik Kongo das ultimative Souvenir in die Heimat exportiert. Während normale Touristen sich mit hölzernen Masken oder fragwürdigem Kunsthandwerk begnügen, setzt das medizinische Personal der Grande Nation auf biologische Authentizität. Die Behörden in Paris reagieren gewohnt gelassen, da man im Élysée-Palast ohnehin der Meinung ist, dass jeder Virus sich nach spätestens drei Tagen an der Seine aus purem Stolz in einen edlen Bordeaux verwandelt. In der kongolesischen Heimat des Erregers wurden bereits über 1.000 Infizierte gezählt, doch erst der Transfer nach Frankreich macht die Angelegenheit für die globale High Society der Krankheitserreger wirklich salonfähig. Es bleibt abzuwarten, ob Emmanuel Macron das Virus zur Chefsache erklärt und es per Dekret dazu verpflichtet, künftig nur noch Baguette-Krümel zu konsumieren oder ob die Gewerkschaften präventiv gegen die unbezahlten Überstunden des Immunsystems in den Streik treten. Die Sorge vor einer Ausbreitung ist unbegründet, schließlich ist bekannt, dass Krankheitserreger ohne fließend Französisch und ein korrekt sitzendes Barett in Paris ohnehin keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Frankreich beweist einmal mehr, dass es im kolonialen Erbe unschlagbar bleibt: Man nimmt mit, was man kriegen kann, und sei es nur ein hämorrhagisches Mitbringsel, das die heimische Monotonie aus Käse und Arroganz ein wenig auflockert. Wahrscheinlich wird der betroffene Arzt am Ende noch mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet, weil er dem Virus die dringend benötigte kulturelle Überlegenheit eines EU-Mitgliedstaates injiziert hat.
Ausland

Grande Nation im Quarantäne-Fieber: Frankreich veredelt nun auch afrikanische Tropenkrankheiten

Endlich erfährt der afrikanische Kontinent die Art von diplomatischer Aufmerksamkeit, die er verdient: Ein französischer Mediziner hat nach seinem Aufenthalt in der Demokratischen Republik Kongo das ultimative Souvenir in die Heimat exportiert. Während normale Touristen sich mit hölzernen Masken oder fragwürdigem Kunsthandwerk begnügen, setzt das medizinische Personal der Grande Nation auf biologische Authentizität. Die Behörden in Paris reagieren gewohnt gelassen, da man im Élysée-Palast ohnehin der Meinung ist, dass jeder Virus sich nach spätestens drei Tagen an der Seine aus purem Stolz in einen edlen Bordeaux verwandelt. In der kongolesischen Heimat des Erregers wurden bereits über 1.000 Infizierte gezählt, doch erst der Transfer nach Frankreich macht die Angelegenheit für die globale High Society der Krankheitserreger wirklich salonfähig. Es bleibt abzuwarten, ob Emmanuel Macron das Virus zur Chefsache erklärt und es per Dekret dazu verpflichtet, künftig nur noch Baguette-Krümel zu konsumieren oder ob die Gewerkschaften präventiv gegen die unbezahlten Überstunden des Immunsystems in den Streik treten. Die Sorge vor einer Ausbreitung ist unbegründet, schließlich ist bekannt, dass Krankheitserreger ohne fließend Französisch und ein korrekt sitzendes Barett in Paris ohnehin keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Frankreich beweist einmal mehr, dass es im kolonialen Erbe unschlagbar bleibt: Man nimmt mit, was man kriegen kann, und sei es nur ein hämorrhagisches Mitbringsel, das die heimische Monotonie aus Käse und Arroganz ein wenig auflockert. Wahrscheinlich wird der betroffene Arzt am Ende noch mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet, weil er dem Virus die dringend benötigte kulturelle Überlegenheit eines EU-Mitgliedstaates injiziert hat.

25.06.2026, 07:00 · Ausgabe Nr. 159

Original Nachricht

Frankreich verzeichnet erstmals einen Ebola-Fall. Betroffen ist laut Behörden ein Arzt, der zuvor in der Demokratischen Republik Kongo war. Dort wurden inzwischen mehr als 1.000 Infizierte gezählt.

Quelle: tagesschau.de