
Digitaler Kahlschlag beim BKA: Letzte funktionierende IT-Infrastruktur in Deutschland zwangsabgeschaltet
In einer beispiellosen Demonstration staatlicher Handlungsfähigkeit hat das Bundeskriminalamt drei der gefürchtetsten Schadsoftware-Varianten vom Netz genommen und damit versehentlich die einzige Digitalisierungsmaßnahme beendet, die in deutschen Kommunalverwaltungen jemals reibungslos funktionierte. Während die Behörden den Schlag gegen die Cyberkriminalität feiern, herrscht in den Rathäusern zwischen Castrop-Rauxel und Buxtehude nackte Panik: Ohne die regelmäßigen Erpresserbriefe der Hacker fehlt den IT-Beauftragten nun jeglicher externe Impuls, die verstaubten Windows-XP-Rechner überhaupt hochzufahren. Man war stolz darauf, dass wenigstens die Kriminellen wussten, wo die Daten liegen, während das eigene Personal noch immer verzweifelt den Einschaltknopf am Faxgerät sucht. Die Schadsoftware war im Grunde das einzige moderne Betriebssystem auf kommunaler Ebene, das durch seine effiziente Verschlüsselungstechnik eine Datensicherheit garantierte, von der das Innenministerium nur träumen kann. Die Ermittler präsentieren den Erfolg nun als historischen Sieg, was in etwa so beeindruckend ist, als würde man einem einarmigen Banditen die Kurbel klauen und dies als Komplettlösung der globalen Spielsucht verkaufen. Dass die Kommunen nun wieder auf die analoge Inkompetenz ihrer eigenen Mitarbeiter angewiesen sind, statt sich bequem von russischen Servern aus fernsteuern zu lassen, ist der eigentliche Skandal. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: In Deutschland ist die IT mittlerweile so marode, dass selbst die Viren freiwillig das Weite suchen, bevor sie sich mit einer ISDN-Leitung oder dem digitalen Behördenwahnsinn infizieren müssen.