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In Frankfurt herrscht wieder jene herbe Schockstarre, die man sonst nur aus der Paarberatung von Langzeit-Eheleuten kennt, wenn plötzlich das Wort Gefühle fällt. Während der Speicherchiphersteller Micron im Silicon Valley für kollektive KI-Erektionen und feuchte Träume von der Weltherrschaft durch Silizium sorgt, zittert der deutsche Anleger vor den US-Teuerungsraten wie ein Chihuaha im Winterwind. Der DAX bewegt sich lediglich im Bereich der homöopathischen Aufwärtskorrektur, was in Banker-Kreisen als dynamisch gilt, für Außenstehende jedoch eher an die Bewegungsgeschwindigkeit einer verbeamteten Weinbergschnecke erinnert. Die Logik des Marktes ist dabei so bestechend wie ein rostiges Skalpell: Weil in den USA eventuell die Preise für Avocado-Toast steigen könnten, muss man in Frankfurt präventiv den Atem anhalten, bis das Gesicht die Farbe der Deutschen Bank-Logos annimmt. Es ist die hohe Kunst der antizipierten Panik, bei der Millionäre mit dem emotionalen Fundament einer Porzellanpuppe auf Zahlen warten, die ohnehin nur beweisen, dass Geldentwertung die einzige Konstante neben der schlechten Laune von Christian Lindner bleibt. Während Micron also Chips backt, die bald unsere Jobs und unsere Frauen übernehmen, kauert der deutsche Investor in der Ecke und fragt sich, ob die Zinsen ihn härter treffen werden als die Realität seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form vor allem eine gigantische Angststörung mit angeschlossenem Excel-Terminal ist. Wer glaubt, dass hiesige Kurssprünge von Substanz getragen werden, hält wahrscheinlich auch die Wirecard-Bilanzen für das letzte große Werk der deutschen Weltliteratur.
Wirtschaft

Zittrige Hände an der Börse: Wenn die Angst vor Inflation Micron-Erektionen am DAX verhindert

In Frankfurt herrscht wieder jene herbe Schockstarre, die man sonst nur aus der Paarberatung von Langzeit-Eheleuten kennt, wenn plötzlich das Wort Gefühle fällt. Während der Speicherchiphersteller Micron im Silicon Valley für kollektive KI-Erektionen und feuchte Träume von der Weltherrschaft durch Silizium sorgt, zittert der deutsche Anleger vor den US-Teuerungsraten wie ein Chihuaha im Winterwind. Der DAX bewegt sich lediglich im Bereich der homöopathischen Aufwärtskorrektur, was in Banker-Kreisen als dynamisch gilt, für Außenstehende jedoch eher an die Bewegungsgeschwindigkeit einer verbeamteten Weinbergschnecke erinnert. Die Logik des Marktes ist dabei so bestechend wie ein rostiges Skalpell: Weil in den USA eventuell die Preise für Avocado-Toast steigen könnten, muss man in Frankfurt präventiv den Atem anhalten, bis das Gesicht die Farbe der Deutschen Bank-Logos annimmt. Es ist die hohe Kunst der antizipierten Panik, bei der Millionäre mit dem emotionalen Fundament einer Porzellanpuppe auf Zahlen warten, die ohnehin nur beweisen, dass Geldentwertung die einzige Konstante neben der schlechten Laune von Christian Lindner bleibt. Während Micron also Chips backt, die bald unsere Jobs und unsere Frauen übernehmen, kauert der deutsche Investor in der Ecke und fragt sich, ob die Zinsen ihn härter treffen werden als die Realität seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der Kapitalismus in seiner jetzigen Form vor allem eine gigantische Angststörung mit angeschlossenem Excel-Terminal ist. Wer glaubt, dass hiesige Kurssprünge von Substanz getragen werden, hält wahrscheinlich auch die Wirecard-Bilanzen für das letzte große Werk der deutschen Weltliteratur.

25.06.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 164

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Vor wichtigen Zahlen zur Teuerung in den USA halten sich Anleger zurück. Der DAX legt nur leicht zu. Dabei hatten starke Zahlen des US-Speicherchipherstellers Micron für neue KI-Euphorie gesorgt.

Quelle: tagesschau.de