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In Berlin kam zusammen, was zusammengehört: Eine Gruppe hochrangiger Statisten, die kollektiv so viel Ausstrahlung versprühen wie eine Packung Knäckebrot in der Abenddämmerung. Olaf Scholz, der menschgewordene Teleprompter im Standby-Modus, empfing die E5-Riege, um dem britischen Premier Keir Starmer den Abschied zu versüßen, den man sonst nur ungeliebten Schwiegermüttern oder griechischen Staatsanleihen bereitet. Man war sich in allen Punkten einig, vor allem in der Erkenntnis, dass Einigkeit das eleganteste Codewort für gegenseitiges Desinteresse ist. Während Macron versuchte, die Szenerie durch seine bloße Anwesenheit in ein napoleonisches Ölgemälde zu verwandeln, wirkte Starmer eher wie ein Mann, der versehentlich in einen Raum voller Ex-Freundinnen stolpert, die alle noch seinen Hausschlüssel haben. Die Ukraine-Hilfe wurde feierlich beschworen, was in der diplomatischen Übersetzung bedeutet, dass man weiterhin entschlossen ist, so viel zu versprechen, wie man gerade noch nicht halten muss. Ein Höhepunkt der Herzlichkeit war Starmers Verabschiedung: Ein Händedruck, so trocken und spröde, dass die Berliner Feuerwehr vorsorglich wegen akuter Waldbrandgefahr in der Kanzleramts-Lobby ausrückte. Die E5-Staaten demonstrierten eindrucksvoll, dass Europa ein Kontinent ist, auf dem man sich gegenseitig so lange die Schultern klopft, bis das letzte bisschen Relevanz aus dem Sakko gestäubt ist. Starmer zieht nun von Dannen, in der Gewissheit, dass man ihn in Berlin genauso schnell vermissen wird wie eine Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn. Scholz blickte ihm nach, vergaß den Namen des Gastes noch während der Drehung zum Buffet und widmete sich wieder seiner Kernkompetenz: Dem engagierten Schweigen in drei Sprachen.
Ausland

Exiteers Delight: Scholz verabschiedet Starmer mit dem Charme einer Insolvenzverwalter-Umarmung

In Berlin kam zusammen, was zusammengehört: Eine Gruppe hochrangiger Statisten, die kollektiv so viel Ausstrahlung versprühen wie eine Packung Knäckebrot in der Abenddämmerung. Olaf Scholz, der menschgewordene Teleprompter im Standby-Modus, empfing die E5-Riege, um dem britischen Premier Keir Starmer den Abschied zu versüßen, den man sonst nur ungeliebten Schwiegermüttern oder griechischen Staatsanleihen bereitet. Man war sich in allen Punkten einig, vor allem in der Erkenntnis, dass Einigkeit das eleganteste Codewort für gegenseitiges Desinteresse ist. Während Macron versuchte, die Szenerie durch seine bloße Anwesenheit in ein napoleonisches Ölgemälde zu verwandeln, wirkte Starmer eher wie ein Mann, der versehentlich in einen Raum voller Ex-Freundinnen stolpert, die alle noch seinen Hausschlüssel haben. Die Ukraine-Hilfe wurde feierlich beschworen, was in der diplomatischen Übersetzung bedeutet, dass man weiterhin entschlossen ist, so viel zu versprechen, wie man gerade noch nicht halten muss. Ein Höhepunkt der Herzlichkeit war Starmers Verabschiedung: Ein Händedruck, so trocken und spröde, dass die Berliner Feuerwehr vorsorglich wegen akuter Waldbrandgefahr in der Kanzleramts-Lobby ausrückte. Die E5-Staaten demonstrierten eindrucksvoll, dass Europa ein Kontinent ist, auf dem man sich gegenseitig so lange die Schultern klopft, bis das letzte bisschen Relevanz aus dem Sakko gestäubt ist. Starmer zieht nun von Dannen, in der Gewissheit, dass man ihn in Berlin genauso schnell vermissen wird wie eine Preiserhöhung bei der Deutschen Bahn. Scholz blickte ihm nach, vergaß den Namen des Gastes noch während der Drehung zum Buffet und widmete sich wieder seiner Kernkompetenz: Dem engagierten Schweigen in drei Sprachen.

25.06.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 169

Original Nachricht

Die E5-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen sind sich in vielen Themen einig - vor allem bei der Ukraine. Beim Treffen im Berliner Kanzleramt wurde auch der britische Premier Starmer verabschiedet.

Quelle: tagesschau.de