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In einem Akt beispielloser Selbstbeherrschung hat die Deutsche Bahn AG beschlossen, ihre Kunden nicht länger zwangsweise in mobilen Heißluftfritteusen zu garen, sofern diese rechtzeitig vor der Fahrt kapitulieren. Die neue Hitze-Sonderkulanz ist das offizielle Eingeständnis, dass die Infrastruktur des Staatskonzerns bereits bei Temperaturen oberhalb einer lauwarmen Gazpacho kolabiert. Während Meteorologen noch über den Klimawandel debattieren, hat die Bahn das Problem bereits gelöst, indem sie das Reisen einfach zur optionalen Mutprobe erklärt. Es ist die konsequente Weiterentwicklung des Schienenverkehrs: Nachdem man Jahrzehnte damit verbracht hat, Verspätungen als Entschleunigung zu verkaufen, wird der komplette Verzicht auf die Beförderung nun als kundenorientierter Service zelebriert. Wer also keine Lust verspürt, in einem ICE ohne funktionierende Klimaanlage eine unfreiwillige Bikram-Yoga-Session mit fremden Schweißausbrüchen zu absolvieren, darf nun kostenfrei zu Hause bleiben. Diese Form der Kapitulation vor der hiesigen Witterung ist nur folgerichtig für ein Unternehmen, das traditionell von den vier apokalyptischen Reitern der Logistik – Frühling, Sommer, Herbst und Winter – in die Knie gezwungen wird. Die Bahn bietet ihren Fahrgästen damit endlich das, was sie am besten beherrscht: Eine Reiseerfahrung, die ausschließlich in der Fantasie des Kunden ohne technische Störung stattfindet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Deutsche Bahn ihr Schienennetz mittlerweile primär als museales Mahnmal für die Unbesiegbarkeit der Thermodynamik betreibt, bei dem man für den Preis einer Nicht-Fahrt die beruhigende Gewissheit erwirbt, zumindest nicht auf offener Strecke gedünstet zu werden.
Wirtschaft

Humanitäre Geste: Deutsche Bahn kapituliert offiziell vor der Existenz von Wetter

In einem Akt beispielloser Selbstbeherrschung hat die Deutsche Bahn AG beschlossen, ihre Kunden nicht länger zwangsweise in mobilen Heißluftfritteusen zu garen, sofern diese rechtzeitig vor der Fahrt kapitulieren. Die neue Hitze-Sonderkulanz ist das offizielle Eingeständnis, dass die Infrastruktur des Staatskonzerns bereits bei Temperaturen oberhalb einer lauwarmen Gazpacho kolabiert. Während Meteorologen noch über den Klimawandel debattieren, hat die Bahn das Problem bereits gelöst, indem sie das Reisen einfach zur optionalen Mutprobe erklärt. Es ist die konsequente Weiterentwicklung des Schienenverkehrs: Nachdem man Jahrzehnte damit verbracht hat, Verspätungen als Entschleunigung zu verkaufen, wird der komplette Verzicht auf die Beförderung nun als kundenorientierter Service zelebriert. Wer also keine Lust verspürt, in einem ICE ohne funktionierende Klimaanlage eine unfreiwillige Bikram-Yoga-Session mit fremden Schweißausbrüchen zu absolvieren, darf nun kostenfrei zu Hause bleiben. Diese Form der Kapitulation vor der hiesigen Witterung ist nur folgerichtig für ein Unternehmen, das traditionell von den vier apokalyptischen Reitern der Logistik – Frühling, Sommer, Herbst und Winter – in die Knie gezwungen wird. Die Bahn bietet ihren Fahrgästen damit endlich das, was sie am besten beherrscht: Eine Reiseerfahrung, die ausschließlich in der Fantasie des Kunden ohne technische Störung stattfindet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Deutsche Bahn ihr Schienennetz mittlerweile primär als museales Mahnmal für die Unbesiegbarkeit der Thermodynamik betreibt, bei dem man für den Preis einer Nicht-Fahrt die beruhigende Gewissheit erwirbt, zumindest nicht auf offener Strecke gedünstet zu werden.

26.06.2026, 04:01 · Ausgabe Nr. 172

Original Nachricht

Wer angesichts der Hitze eine geplante Bahnreise nicht antreten will, kann diese nun kostenfrei stornieren. Die Bahn bietet erstmals diese sogenannte Hitze-Sonderkulanz an. Die hohen Temperaturen sind auch für die Bahn eine Belastung.

Quelle: tagesschau.de