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In einer beispiellosen Demonstration staatlicher Hilflosigkeit hat die Bundesnetzagentur die Aktion CheckDeinNetz ins Leben gerufen, ein Crowd-Sourcing-Projekt, das in seiner Ironie nur noch von einer Brandschutzprüfung in einer Unterwasserstation übertroffen wird. Die Bürger sollen per App Funklöcher melden, was voraussetzt, dass das bittere Nichts zwischen Paderborn und der Zivilisation plötzlich eine göttliche Eingebung in Form eines LTE-Balkens erfährt, nur um der Behörde mitzuteilen, dass hier eben kein Empfang herrscht. Es ist die digitale Entsprechung dazu, einen Ertrinkenden zu bitten, ein Formular über den aktuellen Wasserstand auszufüllen, sofern er gerade keine Algen im Mund hat. Während andere Nationen bereits über 6G-Verbindungen im Marianengraben debattieren, kultiviert Deutschland unter Juri Sonnenholzners wohlwollender Beobachtung das Funkloch als schützenswertes Biotop der Steinzeit-Nostalgie. Die Bundesnetzagentur verlässt sich dabei auf den Masochismus der Pendler, die im Regionalexpress verzweifelt versuchen, eine App zu laden, die schwerer wiegt als die gesamte Rechenkapazität der Apollo-11-Mission, nur um festzustellen, dass ihr Standort im digitalen Atlas als unerforschtes Territorium markiert ist, auf dem Drachen leben. In einem Land, in dem das Faxgerät noch immer als Hochgeschwindigkeitstechnologie gilt, wirkt der Aufruf zur Funklochsuche wie eine archäologische Expedition unter Leitung von Blinden. Am Ende der Messwoche wird Klaus Müller von der Netzagentur vermutlich stolz verkünden, dass man keine Daten erhalten habe und Deutschland somit offiziell flächendeckend vernetzt sei, da ja niemand ein Loch gemeldet habe, während zehntausende Bürger schreiend in den Wald laufen, um wenigstens durch Rauchzeichen eine Pizza zu bestellen.
Inland

Digitales Nirgendwo: Bundesnetzagentur bittet Amputierte um Tanzperformance zur Prüfung der Phantomschmerzen

In einer beispiellosen Demonstration staatlicher Hilflosigkeit hat die Bundesnetzagentur die Aktion CheckDeinNetz ins Leben gerufen, ein Crowd-Sourcing-Projekt, das in seiner Ironie nur noch von einer Brandschutzprüfung in einer Unterwasserstation übertroffen wird. Die Bürger sollen per App Funklöcher melden, was voraussetzt, dass das bittere Nichts zwischen Paderborn und der Zivilisation plötzlich eine göttliche Eingebung in Form eines LTE-Balkens erfährt, nur um der Behörde mitzuteilen, dass hier eben kein Empfang herrscht. Es ist die digitale Entsprechung dazu, einen Ertrinkenden zu bitten, ein Formular über den aktuellen Wasserstand auszufüllen, sofern er gerade keine Algen im Mund hat. Während andere Nationen bereits über 6G-Verbindungen im Marianengraben debattieren, kultiviert Deutschland unter Juri Sonnenholzners wohlwollender Beobachtung das Funkloch als schützenswertes Biotop der Steinzeit-Nostalgie. Die Bundesnetzagentur verlässt sich dabei auf den Masochismus der Pendler, die im Regionalexpress verzweifelt versuchen, eine App zu laden, die schwerer wiegt als die gesamte Rechenkapazität der Apollo-11-Mission, nur um festzustellen, dass ihr Standort im digitalen Atlas als unerforschtes Territorium markiert ist, auf dem Drachen leben. In einem Land, in dem das Faxgerät noch immer als Hochgeschwindigkeitstechnologie gilt, wirkt der Aufruf zur Funklochsuche wie eine archäologische Expedition unter Leitung von Blinden. Am Ende der Messwoche wird Klaus Müller von der Netzagentur vermutlich stolz verkünden, dass man keine Daten erhalten habe und Deutschland somit offiziell flächendeckend vernetzt sei, da ja niemand ein Loch gemeldet habe, während zehntausende Bürger schreiend in den Wald laufen, um wenigstens durch Rauchzeichen eine Pizza zu bestellen.

26.06.2026, 04:01 · Ausgabe Nr. 173

Original Nachricht

Mit der Mitmach-Aktion "CheckDeinNetz" will die Bundesnetzagentur die Qualität des Mobilfunks überprüfen. Die Daten beschaffen die Bürger per App - sofern sie Empfang haben. Das gilt weiterhin nicht für alle. Von Juri Sonnenholzner.

Quelle: tagesschau.de