
Revolutionäres Finanzmodell: Bund begleicht Rechnungen künftig nicht mehr mit Ausreden
In einer Sternstunde des föderalen Kaffeekränzchens haben sich Bund und Länder auf ein physikalisches Wunder geeinigt: Das Kausalitätsprinzip hält Einzug in die deutsche Verwaltung. Unter dem revolutionären Slogan Wer bestellt, bezahlt wird künftig simuliert, dass Geld nicht auf Bäumen im Kanzlergarten wächst, sondern tatsächlich eine endliche Ressource darstellt. Bisher galt in den Rathäusern zwischen Flensburg und Garmisch das Prinzip Hoffnung, bei dem der Bund mit großer Geste Wohltaten dekretiert, während der lokale Kämmerer die Zeche durch den Verkauf des letzten kommunalen Schlaglochs an einen Hedgefonds begleichen musste. Christian Lindner, der Mann, dessen Sakko so eng sitzt wie sein fiskalischer Gürtel, scheint akzeptiert zu haben, dass man Kommunen nicht dauerhaft mit warmen Worten und abgelaufenen Keksreserven heizen kann. Die Einigung sieht vor, dass die Länder den Bund zur Kasse bitten dürfen, wenn Berlin mal wieder eine sozialpolitische Prachtidee hat, deren Umsetzung vor Ort die Liquidität eines durchschnittlichen Limonadenstandes übersteigt. Es ist die größte finanzielle Umstrukturierung seit der Erfindung des Dispokredits, auch wenn böse Zungen behaupten, der Bund zahle ohnehin nur mit den Steuern, die er den Kommunen zuvor unter dem Vorwand der Solidarität aus den Rippen geleiert hat. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis für jeden Bürgermeister: Wenn die Regierung verspricht, für die Zeche aufzukommen, sollte man sicherheitshalber trotzdem schon mal das Besteck aus echtem Silber verstecken.