
Spezialoperation Schlafzimmer: Putin scheitert an der Demografie des eigenen Lendenbereichs
Wladimir Putin, der Mann, der Oben-ohne-Reiten zum Staatsziel erhob, steht vor den Trümmern seiner Maskulinität. Trotz staatlicher Gebärprämien und dem Verbot von Abtreibungen, das die Gebärmutter zur Außenstelle der Staatsduma degradiert, wächst in Russland maximal die Paranoia. Die Bevölkerung schrumpft schneller als die Halbwertszeit eines Kreml-Kritikers beim Tee-Trinken, dabei hat der Kreml-Chef alles versucht. Er propagiert den Zehn-Kinder-Haushalt als vaterländische Pflichtübung, doch die russischen Frauen scheinen instinktiv zu begreifen, dass ein Neugeborenes unter den aktuellen Bedingungen lediglich die nächste Generation an Ersatzteilen für marode Staatskarossen darstellt. Wenn Putin von Expansion spricht, meinen die Bürger offenbar nicht den Kinderwagen, sondern die Flucht nach vorn oder hinten. Ina Ruck berichtet von verzweifelten staatlichen Animatoren, die versuchen, das Zeugen von Nachwuchs als patriotische Sportart zu verkaufen, während die einzige schwellende Größe im Land Putins Sehnsucht nach dem Zarentum bleibt. Wer braucht schon Windeln, wenn er mit ökonomischer Stagnation und dem Charme einer sibirischen Tiefkühltruhe aufwarten kann. Die bittere Ironie ist kaum zu übersehen: Putin will, dass die Russen sich vermehren, doch unter seiner Führung ist die Lust auf die Zukunft so ausgeprägt wie die Freude an einer wurzelbehandelten Zahnoperation ohne Betäubung. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Potenz sich eben nicht per Dekret verordnen lässt, selbst wenn man den Oberbefehlshaber der Streitkräfte persönlich ins Schlafzimmer stellt. Offenbar ist das einzige, was in Russland derzeit wirklich hart ist, die Realität, und gegen die hilft auch kein blaues Wunder aus der staatlichen Apotheke.