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Wladimir Putin, der Großmeister des strategischen Rückwärts-Fortschritts, hat die Krim erfolgreich in ein historisches Erlebnismuseum für das 18. Jahrhundert verwandelt. Während westliche Dekadenz-Staaten sich noch mit profaner Elektrizität aufhalten, setzen die von Russland installierten Statthalter konsequent auf den 'Notstand' als futuristisches Lifestyle-Konzept. Die ukrainischen Angriffe auf die Energieversorgung sind in der Kreml-Logik natürlich keine Sabotage, sondern eine externe Unterstützung bei der russischen Fastenkur gegen den westlichen Konsumterror. Dass nun die Lichter ausgehen, ist eine bewusst gewählte Metapher für die intellektuelle Strahlkraft der aktuellen russischen Außenpolitik: Wenn man schon keine Visionen hat, sollte es wenigstens dunkel genug sein, damit es keiner merkt. Besonders pikant ist dabei der Imageschaden für den Kreml-Chef, der bisher glaubte, man könne ein Weltreich allein mit der heißen Luft seiner eigenen Fernsehansprachen beheizen. Es ist eine bittere Ironie der Geschichte, dass der Mann, der Europa das Gas abdrehen wollte, nun feststellen muss, dass man für die Krim-Brücke leider keine Batterien im Lieferumfang enthalten waren. Putin steht nun vor dem logistischen Problem, die patriotische Begeisterung im Dunkeln zu moderieren, was schwierig ist, wenn das Volk beim Klatschen die eigenen Hände nicht mehr findet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Russlands imperialer Anspruch wie eine billige Lichterkette vom Discounter funktioniert: Fällt ein Lämpchen aus, kehrt im gesamten Vorgarten augenblicklich das finstere Mittelalter zurück.
Ausland

Dunkelkammer Krim: Putin testet innovatives energiesparendes Imperium im Kerzenschein-Modus

Wladimir Putin, der Großmeister des strategischen Rückwärts-Fortschritts, hat die Krim erfolgreich in ein historisches Erlebnismuseum für das 18. Jahrhundert verwandelt. Während westliche Dekadenz-Staaten sich noch mit profaner Elektrizität aufhalten, setzen die von Russland installierten Statthalter konsequent auf den 'Notstand' als futuristisches Lifestyle-Konzept. Die ukrainischen Angriffe auf die Energieversorgung sind in der Kreml-Logik natürlich keine Sabotage, sondern eine externe Unterstützung bei der russischen Fastenkur gegen den westlichen Konsumterror. Dass nun die Lichter ausgehen, ist eine bewusst gewählte Metapher für die intellektuelle Strahlkraft der aktuellen russischen Außenpolitik: Wenn man schon keine Visionen hat, sollte es wenigstens dunkel genug sein, damit es keiner merkt. Besonders pikant ist dabei der Imageschaden für den Kreml-Chef, der bisher glaubte, man könne ein Weltreich allein mit der heißen Luft seiner eigenen Fernsehansprachen beheizen. Es ist eine bittere Ironie der Geschichte, dass der Mann, der Europa das Gas abdrehen wollte, nun feststellen muss, dass man für die Krim-Brücke leider keine Batterien im Lieferumfang enthalten waren. Putin steht nun vor dem logistischen Problem, die patriotische Begeisterung im Dunkeln zu moderieren, was schwierig ist, wenn das Volk beim Klatschen die eigenen Hände nicht mehr findet. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Russlands imperialer Anspruch wie eine billige Lichterkette vom Discounter funktioniert: Fällt ein Lämpchen aus, kehrt im gesamten Vorgarten augenblicklich das finstere Mittelalter zurück.

27.06.2026, 04:00 · Ausgabe Nr. 186

Original Nachricht

Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Energieversorgung zeigen immer deutlicher Wirkung. Nun riefen die von Russland eingesetzten Krim-Behörden den Notstand aus. Für Putin könnte das zum Imageschaden werden. Von B. Blaschke.

Quelle: tagesschau.de