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Während der durchschnittliche deutsche Eigenheimbesitzer noch immer versucht, den Klimawandel durch das manische Herunterlassen cremefarbener Rollläden an seiner thermisch isolierten Styropor-Festung zu besiegen, wagt Francis Kéré in Dakar das Undenkbare: Er lässt die Natur einfach mitspielen. Sein revolutionäres Konzept, Häuser aus lokalen Materialien und mit natürlicher Belüftung zu bauen, wirkt auf westliche Bauingenieure wie Hexenwerk aus einer Zeit, in der man für ein angenehmes Raumklima noch keine drei Außeneinheiten einer Klimaanlage in die Lärmschutzwand sprengen musste. Kéré nutzt Lehm und Wind, während man in Berlin-Mitte noch immer glaubt, dass Glasfassaden in der prallen Sonne ein Zeichen von Transparenz und nicht von kollektivem Hitzschlag-Masochismus sind. Es ist die ultimative Demütigung für die deutsche Zunft: Ein Pritzker-Preisträger beweist, dass man kein Ingenieursstudium in Karlsruhe braucht, um festzustellen, dass man in einem versiegelten Glaskasten bei 40 Grad schlichtweg gegart wird wie ein Discounter-Hähnchen im Römertopf. Die Architektenkammer reagiert gewohnt pikiert und prüft bereits, ob Kérés Verzicht auf teure High-Tech-Dämmstoffe, die nach zwanzig Jahren als Sondermüll deklariert werden müssen, nicht gegen das heilige Prinzip der geplanten Obsoleszenz verstößt. Dass die Lösung gegen die globale Erhitzung nun ausgerechnet aus Afrika kommt und ohne einen einzigen Wartungsvertrag für Siemens-Steuerungsmodule auskommt, ist für die hiesige Baulobby die größte Katastrophe seit der Erfindung des Denkmalschutzes.
Ausland

Beton-Fetischisten ratlos: Architekt kühlt Häuser mit Luft statt mit CO2-Schleudern

Während der durchschnittliche deutsche Eigenheimbesitzer noch immer versucht, den Klimawandel durch das manische Herunterlassen cremefarbener Rollläden an seiner thermisch isolierten Styropor-Festung zu besiegen, wagt Francis Kéré in Dakar das Undenkbare: Er lässt die Natur einfach mitspielen. Sein revolutionäres Konzept, Häuser aus lokalen Materialien und mit natürlicher Belüftung zu bauen, wirkt auf westliche Bauingenieure wie Hexenwerk aus einer Zeit, in der man für ein angenehmes Raumklima noch keine drei Außeneinheiten einer Klimaanlage in die Lärmschutzwand sprengen musste. Kéré nutzt Lehm und Wind, während man in Berlin-Mitte noch immer glaubt, dass Glasfassaden in der prallen Sonne ein Zeichen von Transparenz und nicht von kollektivem Hitzschlag-Masochismus sind. Es ist die ultimative Demütigung für die deutsche Zunft: Ein Pritzker-Preisträger beweist, dass man kein Ingenieursstudium in Karlsruhe braucht, um festzustellen, dass man in einem versiegelten Glaskasten bei 40 Grad schlichtweg gegart wird wie ein Discounter-Hähnchen im Römertopf. Die Architektenkammer reagiert gewohnt pikiert und prüft bereits, ob Kérés Verzicht auf teure High-Tech-Dämmstoffe, die nach zwanzig Jahren als Sondermüll deklariert werden müssen, nicht gegen das heilige Prinzip der geplanten Obsoleszenz verstößt. Dass die Lösung gegen die globale Erhitzung nun ausgerechnet aus Afrika kommt und ohne einen einzigen Wartungsvertrag für Siemens-Steuerungsmodule auskommt, ist für die hiesige Baulobby die größte Katastrophe seit der Erfindung des Denkmalschutzes.

27.06.2026, 10:01 · Ausgabe Nr. 194

Original Nachricht

Architekt Francis Kéré zeigt in Dakar, wie nachhaltige Architektur mit lokalen Materialien und natürlicher Belüftung für Kühlung sorgt. Traditionelle Bauweisen gelten als wegweisend im Kampf gegen Hitze. Von K. Bensch

Quelle: tagesschau.de