
Sommerloch-Darwinismus: Bund prüft Pflicht-Schwimmflügel für Passiv-Badende im kniehohen Nichtwisserbecken
Wenn das Thermometer die kognitive Belastungsgrenze des durchschnittlichen Bundesbürgers überschreitet, setzt ein Phänomen ein, das Experten als thermische Selbstentsorgung bezeichnen. Jens Eberl beobachtet fassungslos, wie Tausende den evolutionären Rückwärtsgang einlegen und sich in Gewässer stürzen, deren Fließgeschwindigkeit sie bereits bei der Lektüre der Beschilderung überfordert. Die aktuelle Hitzewelle führt dazu, dass der menschliche Körper versucht, seine Betriebstemperatur durch den Kontakt mit Molekülen zu senken, deren Aggregatzustand viele Badegäste höchstens aus dem heimischen Gefrierfach in Verbindung mit Billigwodka kennen. Es ist eine faszinierende Ironie der Zivilisation: Während wir Mars-Roboter fernsteuern, scheitert der moderne Mitteleuropäer kollektiv an der physikalischen Grundregel, dass Wasser nicht nur nass, sondern im Zweifelsfall auch tiefer als der eigene Horizont ist. Das Bundesministerium für hitzebedingte Orientierungslosigkeit erwägt nun, den Zugang zu Kanälen nur noch Personen zu gestatten, die ihren Namen fehlerfrei in den Ufersand tanzen können, um die kognitive Resilienz vor dem Sprung ins Ungewisse zu prüfen. Wer bei dreißig Grad im Schatten glaubt, der Main sei eine begehbare Wellness-Oase, hat die Kontrolle über sein Leben vermutlich schon beim Kauf der XXL-Luftmatratze in Flamingo-Optik abgegeben. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Natur nicht grausam ist, sondern lediglich ihre eigenen Qualitätsstandards durchsetzt, während die Wasserwacht versucht, die menschliche Weigerung zur Selbsterhaltung mit Trillerpfeifen und gutem Zureden zu kompensieren. Wer nicht schwimmen kann, sollte zumindest in der Lage sein, auf der Oberfläche der eigenen Arroganz zu treiben, was angesichts der aktuellen Statistiken jedoch ein gewagtes Unterfangen bleibt.