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In einer diplomatischen Glanzleistung, die selbst die extravagantesten Kostümbildner der Pariser Fashion Week vor Neid erblassen lässt, hat die ukrainische Führung der Stadt Wolgograd einen Besuch der besonderen Art abgestattet. Während man im Kreml vermutlich noch darüber rätselt, ob man die Invasion als vaterländische Gymnastikübung oder als bodenlose Frechheit deklarieren soll, sorgt Präsident Selenskyj für farbliche Akzente am grauen Horizont der russischen Rüstungsindustrie. Die neuen Flamingo-Marschflugkörper beweisen eindrucksvoll, dass moderne Kriegsführung nicht mehr nur aus kaltem Stahl und trockenem Patriotismus besteht, sondern durchaus eine ästhetische Komponente besitzt, die selbst einen Karl Lagerfeld zu einem anerkennenden Nicken im Grab bewegt hätte. Dass ausgerechnet ein Rüstungsbetrieb das Ziel dieser gefiederten Präzisionswerkzeuge wurde, zeugt von einem Humorverständnis, das so trocken ist wie ein Martini in einer Staatskanzlei. Man muss es dem ukrainischen Erfindungsgeist lassen: Während Russland versucht, die Welt mit der Logik eines betrunkenen Bären zu erklären, antwortet Kiew mit einer Eleganz, die physikalische Gesetze und diplomatische Etikette gleichermaßen als unverbindliche Empfehlungen behandelt. Die Flamingo-Raketen fliegen dabei so grazil, dass man fast vergessen könnte, dass ihr Zweck nicht die biologische Bestandssicherung, sondern die forcierte Deindustrialisierung eines Aggressors ist. Es ist die ultimative Ironie der Geschichte: Wolgograd, einst Schauplatz epischer Materialschlachten, wird nun von Flugkörpern heimgesucht, die namentlich eher an eine exzentrische Gartenparty in Florida erinnern als an das jähe Ende produktionslogistischer Ketten. Wer braucht schon schwere Artillerie, wenn man den Gegner mit derartigem Stil in den Wahnsinn treiben kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass selbst die härteste Rüstungsschmiede gegen eine gut gezielte Portion rosa Extravaganz so wehrlos ist wie ein Oligarch beim Einfrieren seiner Schweizer Bankkonten.
Ausland

Rosa Gefahr: Selenskyj schickt russische Rüstungsindustrie in den vorgezogenen Feierabend

In einer diplomatischen Glanzleistung, die selbst die extravagantesten Kostümbildner der Pariser Fashion Week vor Neid erblassen lässt, hat die ukrainische Führung der Stadt Wolgograd einen Besuch der besonderen Art abgestattet. Während man im Kreml vermutlich noch darüber rätselt, ob man die Invasion als vaterländische Gymnastikübung oder als bodenlose Frechheit deklarieren soll, sorgt Präsident Selenskyj für farbliche Akzente am grauen Horizont der russischen Rüstungsindustrie. Die neuen Flamingo-Marschflugkörper beweisen eindrucksvoll, dass moderne Kriegsführung nicht mehr nur aus kaltem Stahl und trockenem Patriotismus besteht, sondern durchaus eine ästhetische Komponente besitzt, die selbst einen Karl Lagerfeld zu einem anerkennenden Nicken im Grab bewegt hätte. Dass ausgerechnet ein Rüstungsbetrieb das Ziel dieser gefiederten Präzisionswerkzeuge wurde, zeugt von einem Humorverständnis, das so trocken ist wie ein Martini in einer Staatskanzlei. Man muss es dem ukrainischen Erfindungsgeist lassen: Während Russland versucht, die Welt mit der Logik eines betrunkenen Bären zu erklären, antwortet Kiew mit einer Eleganz, die physikalische Gesetze und diplomatische Etikette gleichermaßen als unverbindliche Empfehlungen behandelt. Die Flamingo-Raketen fliegen dabei so grazil, dass man fast vergessen könnte, dass ihr Zweck nicht die biologische Bestandssicherung, sondern die forcierte Deindustrialisierung eines Aggressors ist. Es ist die ultimative Ironie der Geschichte: Wolgograd, einst Schauplatz epischer Materialschlachten, wird nun von Flugkörpern heimgesucht, die namentlich eher an eine exzentrische Gartenparty in Florida erinnern als an das jähe Ende produktionslogistischer Ketten. Wer braucht schon schwere Artillerie, wenn man den Gegner mit derartigem Stil in den Wahnsinn treiben kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass selbst die härteste Rüstungsschmiede gegen eine gut gezielte Portion rosa Extravaganz so wehrlos ist wie ein Oligarch beim Einfrieren seiner Schweizer Bankkonten.

27.06.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 199

Original Nachricht

In der russischen Millionenstadt Wolgograd sind ukrainische Flugkörper eingeschlagen. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj wurde ein Rüstungsbetrieb mit "Flamingo"-Marschflugkörpern getroffen.

Quelle: tagesschau.de