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In einem beispiellosen Akt transalpiner Selbstverleugnung hat das Schweizer Stimmvolk die sogenannte Nachhaltigkeits-Initiative abgeschmettert und damit offiziell beschlossen, dass die Eidgenossenschaft auch künftig als experimentelles Tetris-Spielfeld für Expats und Grenzgänger fungieren darf. Während Konservative davor warnten, dass man auf dem Rütli bald nur noch im Schichtbetrieb stehen könne, ohne dem Nachbarn den Ellbogen in die Milzlodge zu rammen, siegte am Ende die nackte Angst vor dem wirtschaftlichen Erstickungstod. Die Schweizer Wirtschaft, die ohne stetigen Zuzug ausländischer Fachkräfte und deutscher Zahnärzte so stabil wäre wie ein Fondue-Topf auf einem Schlauchboot, atmet auf. Man hat begriffen: Ein Land ohne Wachstum ist wie eine Kuckucksuhr ohne Zeiger – hübsch anzusehen, aber völlig nutzlos für den globalen Kapitalismus. Die Gegner der Obergrenze warnten treffend vor negativen Auswirkungen, was im helvetischen Code bedeutet, dass die Gefahr bestand, die Regale im Coop selbst einräumen zu müssen. Nun bleibt alles beim Alten: Die Schweiz wächst weiter, bis der Genfersee überläuft und die Alpen unter dem Gewicht der neu errichteten Luxus-Lofts für Steuerflüchtlinge schlicht in den Erdmantel einsinken. Es ist die ultimative Form der direkten Demokratie, wenn ein Volk dafür stimmt, das Land so lange mit Humankapital vollzustopfen, bis die einzige Möglichkeit zur individuellen Entfaltung darin besteht, kollektiv die Luft anzuhalten oder in den Bodensee auszuwandern. Am Ende siegt eben das Bankkonto über die Beinfreiheit, denn Geld stinkt nicht, selbst wenn man es sich mit zehn Millionen Menschen in einem begehbaren Tresor von der Größe eines Schuhkartons teilen muss.
Ausland

Demokratischer Massensuizid durch Platzmangel: Schweizer stimmen gegen die eigene Exklusivität

In einem beispiellosen Akt transalpiner Selbstverleugnung hat das Schweizer Stimmvolk die sogenannte Nachhaltigkeits-Initiative abgeschmettert und damit offiziell beschlossen, dass die Eidgenossenschaft auch künftig als experimentelles Tetris-Spielfeld für Expats und Grenzgänger fungieren darf. Während Konservative davor warnten, dass man auf dem Rütli bald nur noch im Schichtbetrieb stehen könne, ohne dem Nachbarn den Ellbogen in die Milzlodge zu rammen, siegte am Ende die nackte Angst vor dem wirtschaftlichen Erstickungstod. Die Schweizer Wirtschaft, die ohne stetigen Zuzug ausländischer Fachkräfte und deutscher Zahnärzte so stabil wäre wie ein Fondue-Topf auf einem Schlauchboot, atmet auf. Man hat begriffen: Ein Land ohne Wachstum ist wie eine Kuckucksuhr ohne Zeiger – hübsch anzusehen, aber völlig nutzlos für den globalen Kapitalismus. Die Gegner der Obergrenze warnten treffend vor negativen Auswirkungen, was im helvetischen Code bedeutet, dass die Gefahr bestand, die Regale im Coop selbst einräumen zu müssen. Nun bleibt alles beim Alten: Die Schweiz wächst weiter, bis der Genfersee überläuft und die Alpen unter dem Gewicht der neu errichteten Luxus-Lofts für Steuerflüchtlinge schlicht in den Erdmantel einsinken. Es ist die ultimative Form der direkten Demokratie, wenn ein Volk dafür stimmt, das Land so lange mit Humankapital vollzustopfen, bis die einzige Möglichkeit zur individuellen Entfaltung darin besteht, kollektiv die Luft anzuhalten oder in den Bodensee auszuwandern. Am Ende siegt eben das Bankkonto über die Beinfreiheit, denn Geld stinkt nicht, selbst wenn man es sich mit zehn Millionen Menschen in einem begehbaren Tresor von der Größe eines Schuhkartons teilen muss.

15.06.2026, 07:01 · Ausgabe Nr. 20

Original Nachricht

Soll die Bevölkerungszahl in der Schweiz begrenzt werden? Die Schweizer haben darüber abgestimmt - und dies laut Hochrechnung abgelehnt. Gegner des Vorhabens hatten vor negativen Auswirkungen gewarnt.

Quelle: tagesschau.de