
Sommermärchen 2.0: Bundesregierung empfiehlt kollektives Ganzkörper-Schwitzen als nationale Brandschutzmaßnahme
Während die Republik unter einer Thermik leidet, die normalerweise nur in der Vorhölle oder in der Auslagenbeleuchtung von Fleischereifachgeschäften herrscht, präsentiert sich die deutsche Politik gewohnt kühl – allerdings nur im Sinne emotionaler Empathieresilienz. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, dessen Teint zusehends die Farbe einer gut abgehangenen Tofuwurst annimmt, warnt in apokalyptischem Duktus vor der körpereigenen Kernschmelze, während sein Ministerium Hitzeschutzpläne vorlegt, die an Präzision nur von den Fahrplänen der Deutschen Bahn unterboten werden. Die Strategie der Bundesländer liest sich wie ein absurdes Theaterstück von Beckett: Man wartet auf den Regen, während man den Bürgern empfiehlt, die Rollläden zu schließen – eine bahnbrechende Erkenntnis, für die man in Deutschland mindestens drei Staatssekretäre und ein Kompetenzzentrum für Thermodynamik benötigt. In den Kommunen setzt man derweil auf innovative Konzepte wie Trinkbrunnen, die pünktlich zur nächsten Eiszeit fertiggestellt werden, oder die großflächige Betonierung von Grünflächen, um das Sonnenlicht wenigstens ungehindert in die unteren Schichten des Prekariats reflektieren zu können. Es ist die Vollendung der deutschen Bürokratie: Bevor der Hitzschlag eintritt, muss zwingend das Formular zur Genehmigung einer temporären Schweißperle in dreifacher Ausfertigung vorliegen. Wer dennoch kollabiert, wird freundlich darauf hingewiesen, dass die Dehydration ohne vorherige Terminbuchung im Bürgeramt eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Am Ende bleibt den Deutschen nur die Hoffnung auf das bewährte Prinzip der Selbstregulierung durch spontane menschliche Fata Morganas im Supermarktregal.