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Argentinien hat das Unmögliche vollbracht und das Bildungssystem erfolgreich gegen ein Panini-Sammelalbum eingetauscht. Da die Inflationsrate dort ohnehin nur noch mit komplexen Logarithmen und einer Überdosis Baldrian zu ertragen ist, geht die Regierung nun zum Äußersten über: Mathematik wird am Beispiel von Lionel Messis Freistoßwinkeln gelehrt. Während der Rest der Welt fälschlicherweise glaubt, Bildung hätte etwas mit Büchern zu tun, weiß man in Buenos Aires längst, dass eine Wurzelberechnung nur dann Sinn ergibt, wenn am Ende ein Pokal in die Luft gestreckt wird. Lehrer berichten begeistert, dass Erstklässler zwar ihren eigenen Namen nicht mehr schreiben können, dafür aber die exakte Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der ein Schiedsrichter bei einem Foul im Strafraum seine Kontaktlinsen verliert. Die pädagogische Revolution geht so weit, dass Bruchrechnen nun ausschließlich über das Aufteilen von illegalen Wettgewinnen vermittelt wird. Es ist die ultimative intellektuelle Kapitulation vor dem runden Leder; ein Geniestreich, der beweist, dass man ein ganzes Volk problemlos dumm halten kann, solange die Flugbahn des Balles physikalisch korrekt berechnet wurde. Wer braucht schon eine funktionierende Wirtschaft, wenn er den Barwert eines Messi-Trikots in Echtzeit kalkulieren kann? Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Wenn das Nationalteam spielt, sinkt der IQ des Landes zwar unter die Grasnarbe, aber immerhin erfolgt der Abstieg in die geistige Bedeutungslosigkeit diesmal mit einer sauberen Viererkette und mathematisch präziser Abseitsfalle.
Ausland

Dreisatz des Wahnsinns: Argentinien ersetzt Bildungslücke durch göttliches Ballgefühl

Argentinien hat das Unmögliche vollbracht und das Bildungssystem erfolgreich gegen ein Panini-Sammelalbum eingetauscht. Da die Inflationsrate dort ohnehin nur noch mit komplexen Logarithmen und einer Überdosis Baldrian zu ertragen ist, geht die Regierung nun zum Äußersten über: Mathematik wird am Beispiel von Lionel Messis Freistoßwinkeln gelehrt. Während der Rest der Welt fälschlicherweise glaubt, Bildung hätte etwas mit Büchern zu tun, weiß man in Buenos Aires längst, dass eine Wurzelberechnung nur dann Sinn ergibt, wenn am Ende ein Pokal in die Luft gestreckt wird. Lehrer berichten begeistert, dass Erstklässler zwar ihren eigenen Namen nicht mehr schreiben können, dafür aber die exakte Wahrscheinlichkeit berechnen, mit der ein Schiedsrichter bei einem Foul im Strafraum seine Kontaktlinsen verliert. Die pädagogische Revolution geht so weit, dass Bruchrechnen nun ausschließlich über das Aufteilen von illegalen Wettgewinnen vermittelt wird. Es ist die ultimative intellektuelle Kapitulation vor dem runden Leder; ein Geniestreich, der beweist, dass man ein ganzes Volk problemlos dumm halten kann, solange die Flugbahn des Balles physikalisch korrekt berechnet wurde. Wer braucht schon eine funktionierende Wirtschaft, wenn er den Barwert eines Messi-Trikots in Echtzeit kalkulieren kann? Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Wenn das Nationalteam spielt, sinkt der IQ des Landes zwar unter die Grasnarbe, aber immerhin erfolgt der Abstieg in die geistige Bedeutungslosigkeit diesmal mit einer sauberen Viererkette und mathematisch präziser Abseitsfalle.

28.06.2026, 04:01 · Ausgabe Nr. 203

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Wer will schon Mathe lernen, wenn gerade das eigene Nationalteam bei der WM spielt? Aber vielleicht liegt gerade im Fußball ein Mittel, um die Aufmerksamkeit von Schülern zu gewinnen. In Argentinien scheint das zu funktionieren. Von A. Herrberg.

Quelle: tagesschau.de