
Thermodynamische Wiedervereinigung: Sachsen emanzipiert sich endgültig von der physikalischen Abkühlungsphase
Während der gemeine Westdeutsche noch unter der Dekadenz einer funktionierenden Nachtabsenkung leidet, hat Sachsen den Turbo im Heizkeller der Nation gezündet. Mit stolzen 29,4 Grad Celsius beweist der Freistaat, dass er nicht nur in puncto Wahlergebnissen konsequent den Siedepunkt anstrebt, sondern auch meteorologisch keine Lust mehr auf die Frostschutzgrenze hat. Die Messstationen glühten derart enthusiastisch, dass man in Dresden bereits überlegt, das Konzept der Nachtruhe offiziell durch ein kollektives Nachtschwitzen zu ersetzen, bei dem die Bevölkerung das restliche Sachsen-Anhalt einfach mitverdampft. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2003 wurde mit einer Ignoranz unterboten, die normalerweise nur der Verfassungsschutz an den Tag legt, wenn er Akten im Schredder erwärmt. Dass die Differenz satte 2,2 Grad beträgt, lässt Klimaforscher vermuten, dass die lokale Thermodynamik schlichtweg keine Lust mehr auf die Logik der Aufklärung hat. Experten raten den Anwohnern, statt Schaumstoffmatratzen künftig direkt auf Lavagestein zu nächtigen, um den Temperatursturz beim Zubettgehen nicht als traumatische Kältepeitsche zu erleben. In einem Landstrich, in dem die politische Stimmung ohnehin auf dem Niveau eines überhitzten Frittenfetts köchelt, wirkt diese nächtliche Backofen-Simulation fast schon wie eine subtile Integrationsmaßnahme für die Hölle. Wenn das so weitergeht, wird Sachsen bald als erstes Bundesland den Aggregatzustand von fest zu gasförmig wechseln, was die logistischen Probleme bei Abschiebungen und Montagsspaziergängen immerhin elegant durch Sublimation lösen würde.