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Es ist das Paradoxon der deutschen Grillsaison: Während Millionen Fußballpatrioten mit der Fahne am Seitenspiegel und dem Testosteronspiegel eines liebestollen Ebers durch die Vorstädte marodieren, blicken Deutschlands Schweinemäster in leere Tröge. Man sollte meinen, dass die kollektive Verbrennung von mariniertem Formfleisch in den Kleingartenkolonien der Bundesrepublik den Schweinepreis in stratosphärische Höhen treibt, doch weit gefehlt. Die bittere Realität der Agrarökonomen ist so zäh wie ein vergessenes Schnitzel vom Vortag. Während Birgit Stamerjohanns noch über die Marktwirtschaft philosophiert, dämmert den Metzgern die grausame Wahrheit: Der moderne Fan konsumiert lieber vegane Ersatzprodukte, die geschmacklich an recycelte Yogamatten erinnern, als dem klassischen Borstentier die letzte Ehre auf dem Holzkohlegrill zu erweisen. Es ist eine historische Demütigung für das deutsche Landschwein, wenn es im direkten Vergleich gegen eine Sojabohne mit Raucharoma verliert. Die Schweinehalter stehen vor dem Ruin, weil der deutsche Michel offensichtlich verlernt hat, sein Vaterland durch den exzessiven Verzehr von gesättigten Fettsäuren zu verteidigen. Vielleicht sollten die Landwirte dazu übergehen, ihre Tiere mit Chiasamen zu füttern, um sie als High-Performance-Superfood an die Generation Hafermilch zu verramschen. Die einzige Hoffnung bleibt der Frustfrass nach dem unvermeidlichen Ausscheiden der Nationalmannschaft, denn nichts passt besser zu einer Niederlage als ein Stück Fleisch, das im Leben genauso wenig Sonne gesehen hat wie die deutsche Abwehrkette. Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass deutsche Schweine heute weniger wert sind als die moralische Integrität eines FIFA-Funktionärs bei einer Vergabeentscheidung.
Wirtschaft

Nackensteak-Depression: Wenn Schweine umsonst starben, weil Fans nur Hummus dippen

Es ist das Paradoxon der deutschen Grillsaison: Während Millionen Fußballpatrioten mit der Fahne am Seitenspiegel und dem Testosteronspiegel eines liebestollen Ebers durch die Vorstädte marodieren, blicken Deutschlands Schweinemäster in leere Tröge. Man sollte meinen, dass die kollektive Verbrennung von mariniertem Formfleisch in den Kleingartenkolonien der Bundesrepublik den Schweinepreis in stratosphärische Höhen treibt, doch weit gefehlt. Die bittere Realität der Agrarökonomen ist so zäh wie ein vergessenes Schnitzel vom Vortag. Während Birgit Stamerjohanns noch über die Marktwirtschaft philosophiert, dämmert den Metzgern die grausame Wahrheit: Der moderne Fan konsumiert lieber vegane Ersatzprodukte, die geschmacklich an recycelte Yogamatten erinnern, als dem klassischen Borstentier die letzte Ehre auf dem Holzkohlegrill zu erweisen. Es ist eine historische Demütigung für das deutsche Landschwein, wenn es im direkten Vergleich gegen eine Sojabohne mit Raucharoma verliert. Die Schweinehalter stehen vor dem Ruin, weil der deutsche Michel offensichtlich verlernt hat, sein Vaterland durch den exzessiven Verzehr von gesättigten Fettsäuren zu verteidigen. Vielleicht sollten die Landwirte dazu übergehen, ihre Tiere mit Chiasamen zu füttern, um sie als High-Performance-Superfood an die Generation Hafermilch zu verramschen. Die einzige Hoffnung bleibt der Frustfrass nach dem unvermeidlichen Ausscheiden der Nationalmannschaft, denn nichts passt besser zu einer Niederlage als ein Stück Fleisch, das im Leben genauso wenig Sonne gesehen hat wie die deutsche Abwehrkette. Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass deutsche Schweine heute weniger wert sind als die moralische Integrität eines FIFA-Funktionärs bei einer Vergabeentscheidung.

28.06.2026, 16:00 · Ausgabe Nr. 213

Original Nachricht

Ein Sommer mit Fußball-WM - das ist klassische Grillsaison. Trotzdem verdienen deutsche Schweinehalter gerade kein Geld. Wie kann das sein? Von Birgit Stamerjohanns.

Quelle: tagesschau.de