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Die Vereinigten Staaten zelebrieren 250 Jahre Unabhängigkeit – ein stolzes Jubiläum für eine Nation, die das Konzept der Freiheit so weit gedehnt hat, dass es mittlerweile als Yoga-Übung für juristische Winkelzüge durchgeht. Während man in den urbanen Enklaven der Küsten Freiheit als das unveräußerliche Recht definiert, an einer Hafermilch-Infusion zu nuckeln, ohne von einem Verbrennungsmotor belästigt zu werden, versteht der stolze Patriot im Rust Belt darunter primär das Recht, sein Grundstück mit genügend Munition zu pflastern, um ein mittelgroßes Nagetier in die Stratosphäre zu befördern. S. Schmidt beobachtet eine Nation, die so tief gespalten ist, dass die einzige Gemeinsamkeit das kollektive Ignorieren der indigenen Bevölkerung bleibt. Für die Ureinwohner ist das Jubiläum ohnehin nur die 250. Mahnung für eine Zwangsräumung, die historisch gesehen etwas aus dem Ruder gelaufen ist. In Washington klopfen sich Politiker auf die Schultern, deren Vorstellung von Demokratie darin besteht, die Bevölkerung zwischen zwei Greisen wählen zu lassen, die bereits die Grundsteinlegung der Unabhängigkeitshalle persönlich miterlebt haben könnten. Die USA sind heute wie ein überladener Pick-up-Truck: Der Lack blättert, der Motor stottert, aber auf der Ladefläche weht die Flagge so heftig, dass man den massiven Blechschaden an der Front geschickt übersieht. Wer braucht schon soziale Absicherung oder ein metrisches System, wenn er die Freiheit hat, sich zwischen 45 verschiedenen Sorten zuckersüßer Frühstücksflocken für den langsamen Herztod zu entscheiden.
Ausland

Vierteljahrtausend Selbsttäuschung: USA feiern Freiheit zwischen Schrotflinten und Sojabohnen-Lattes

Die Vereinigten Staaten zelebrieren 250 Jahre Unabhängigkeit – ein stolzes Jubiläum für eine Nation, die das Konzept der Freiheit so weit gedehnt hat, dass es mittlerweile als Yoga-Übung für juristische Winkelzüge durchgeht. Während man in den urbanen Enklaven der Küsten Freiheit als das unveräußerliche Recht definiert, an einer Hafermilch-Infusion zu nuckeln, ohne von einem Verbrennungsmotor belästigt zu werden, versteht der stolze Patriot im Rust Belt darunter primär das Recht, sein Grundstück mit genügend Munition zu pflastern, um ein mittelgroßes Nagetier in die Stratosphäre zu befördern. S. Schmidt beobachtet eine Nation, die so tief gespalten ist, dass die einzige Gemeinsamkeit das kollektive Ignorieren der indigenen Bevölkerung bleibt. Für die Ureinwohner ist das Jubiläum ohnehin nur die 250. Mahnung für eine Zwangsräumung, die historisch gesehen etwas aus dem Ruder gelaufen ist. In Washington klopfen sich Politiker auf die Schultern, deren Vorstellung von Demokratie darin besteht, die Bevölkerung zwischen zwei Greisen wählen zu lassen, die bereits die Grundsteinlegung der Unabhängigkeitshalle persönlich miterlebt haben könnten. Die USA sind heute wie ein überladener Pick-up-Truck: Der Lack blättert, der Motor stottert, aber auf der Ladefläche weht die Flagge so heftig, dass man den massiven Blechschaden an der Front geschickt übersieht. Wer braucht schon soziale Absicherung oder ein metrisches System, wenn er die Freiheit hat, sich zwischen 45 verschiedenen Sorten zuckersüßer Frühstücksflocken für den langsamen Herztod zu entscheiden.

28.06.2026, 16:02 · Ausgabe Nr. 215

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Freiheit steht im Zentrum der Feiern zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA. Doch verstehen die Menschen auf dem Land darunter dasselbe wie Bürger in den Städten? Und was bedeutet das für indigene US-Amerikaner? Von S. Schmidt.

Quelle: tagesschau.de