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Das ambitionierte Planspiel Jugend und Parlament sollte Schülern eigentlich die mühsame Ochsentour der Demokratie näherbringen, doch die Gen Z hat die Abkürzung direkt in die post-faktische Gosse genommen. Während Theo Steinbach noch fassungslos über rassistische Gesten und Gewaltbereitschaft unter der Reichstagskuppel Protokoll führt, reibt sich die Bundestagsverwaltung verwundert die Augen. Dabei ist die Sache glasklar: Die Jugendlichen haben das Konzept der Simulation einfach konsequenter zu Ende gedacht als ihre Vorbilder. Wer heute politisch reüssieren will, darf sich nicht mit drögen Haushaltsdebatten aufhalten, sondern muss den parlamentarischen Korridor in ein digitales Kolosseum aus Beleidigungen und physischer Dominanz verwandeln. Die Berichte über Pöbeleien unter Teenagern beweisen lediglich, dass die politische Bildung in Deutschland gefruchtet hat: Die Jugend hat begriffen, dass ein ordentlicher Skandal mehr Sendezeit generiert als drei Jahre konstruktive Ausschussarbeit. Es ist der ultimative Beweis für die Exzellenz des deutschen Bildungssystems, wenn ein Siebzehnjähriger eine Debatte über Klimaschutz so souverän mit einer rassistischen Entgleisung beendet, dass selbst gestandene Rechtsaußen-Parlamentarier vor Neid erblassen. Der Bundestag reagiert derweil mit der gewohnten Hilflosigkeit einer Institution, die händeringend nach Nachwuchs sucht, jetzt aber feststellen muss, dass der Nachwuchs die Verhaltensauffälligkeiten der Eliten bereits im Beta-Test perfektioniert hat. Man wollte junge Menschen für die Demokratie begeistern, hat aber stattdessen ein menschliches Bestiarium gezüchtet, das die parlamentarische Würde mit der Eleganz eines wütenden Schimpansen im Porzellanladen zerlegt. Wenn das die parlamentarische Elite von morgen ist, können wir den Reichstag eigentlich direkt abreißen und durch ein Oktagon für Käfigkämpfe ersetzen, in dem das Stimmrecht per Low-Kick ausgehandelt wird.
Inland

Parlaments-Simulation: Deutsche Jugend erreicht endlich das angestrebte Niveau der AfD-Fraktion

Das ambitionierte Planspiel Jugend und Parlament sollte Schülern eigentlich die mühsame Ochsentour der Demokratie näherbringen, doch die Gen Z hat die Abkürzung direkt in die post-faktische Gosse genommen. Während Theo Steinbach noch fassungslos über rassistische Gesten und Gewaltbereitschaft unter der Reichstagskuppel Protokoll führt, reibt sich die Bundestagsverwaltung verwundert die Augen. Dabei ist die Sache glasklar: Die Jugendlichen haben das Konzept der Simulation einfach konsequenter zu Ende gedacht als ihre Vorbilder. Wer heute politisch reüssieren will, darf sich nicht mit drögen Haushaltsdebatten aufhalten, sondern muss den parlamentarischen Korridor in ein digitales Kolosseum aus Beleidigungen und physischer Dominanz verwandeln. Die Berichte über Pöbeleien unter Teenagern beweisen lediglich, dass die politische Bildung in Deutschland gefruchtet hat: Die Jugend hat begriffen, dass ein ordentlicher Skandal mehr Sendezeit generiert als drei Jahre konstruktive Ausschussarbeit. Es ist der ultimative Beweis für die Exzellenz des deutschen Bildungssystems, wenn ein Siebzehnjähriger eine Debatte über Klimaschutz so souverän mit einer rassistischen Entgleisung beendet, dass selbst gestandene Rechtsaußen-Parlamentarier vor Neid erblassen. Der Bundestag reagiert derweil mit der gewohnten Hilflosigkeit einer Institution, die händeringend nach Nachwuchs sucht, jetzt aber feststellen muss, dass der Nachwuchs die Verhaltensauffälligkeiten der Eliten bereits im Beta-Test perfektioniert hat. Man wollte junge Menschen für die Demokratie begeistern, hat aber stattdessen ein menschliches Bestiarium gezüchtet, das die parlamentarische Würde mit der Eleganz eines wütenden Schimpansen im Porzellanladen zerlegt. Wenn das die parlamentarische Elite von morgen ist, können wir den Reichstag eigentlich direkt abreißen und durch ein Oktagon für Käfigkämpfe ersetzen, in dem das Stimmrecht per Low-Kick ausgehandelt wird.

29.06.2026, 04:01 · Ausgabe Nr. 216

Original Nachricht

Beleidigungen, rassistische Gesten, sogar Gewalt: Bei dem Politik-Planspiel "Jugend und Parlament" gab es in diesem Jahr viele Vorwürfe. Was berichten Teilnehmende? Und wie geht der Bundestag damit um? Von Theo Steinbach.

Quelle: tagesschau.de