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Es ist die wohl charmanteste Schizophrenie des späten Kapitalismus: Während in Fernost die Märkte so kräftig abschmieren wie die Gesichtszüge eines DAX-Vorstands bei der Steuerprüfung, blickt das Frankfurter Parkett so euphorisch in die Woche wie ein Homeoffice-Beamter auf die Lieferando-App. Anleger vermissen positive Impulse? Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts. In Wahrheit lechzt der moderne Depotinhaber nach dem ultimativen Kick, den nur die gepflegte Apokalypse bieten kann. Die schwachen Vorgaben aus Asien werden von den hiesigen Brokern mit der Arroganz eines französischen Kellners ignoriert, während man auf den nächsten großen Schock wartet. Denn nichts beflügelt die Fantasie der Algorithmen mehr als die kollektive Verzweiflung. Der DAX startet freundlich in die Woche, was im Klartext bedeutet: Die Gier hat die Vernunft im Hinterhof der Frankfurter Wertpapierbörse mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen und die Leiche in einem Koffer voll Nullkuponanleihen entsorgt. Es ist eine faszinierende Form der ökonomischen Nekrophilie, wenn sinkende Produktion und geopolitische Instabilität als kaufenswerte Rabattaktionen missverstanden werden. Während die Realwirtschaft mit der Anmut eines sterbenden Schwans im Matsch versinkt, feiern die Derivate-Jongleure eine Party, als gäbe es kein Morgen – was angesichts der Datenlage sogar eine statistisch valide Annahme ist. Wer braucht schon fundamentale Daten, wenn man ein Bauchgefühl hat, das so unfehlbar ist wie die Prognosekraft eines Astrologen auf LSD? Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis: Der Markt ist nicht effizient, er ist einfach nur vollkommen irre und braucht dringend eine Überdosis Psychopharmaka oder einen neuen Weltbrand als Renditebeschleuniger.
Wirtschaft

Eskalations-Erotik an der Börse: Wenn Kurse trotz Weltuntergangsphantasien steilgehen

Es ist die wohl charmanteste Schizophrenie des späten Kapitalismus: Während in Fernost die Märkte so kräftig abschmieren wie die Gesichtszüge eines DAX-Vorstands bei der Steuerprüfung, blickt das Frankfurter Parkett so euphorisch in die Woche wie ein Homeoffice-Beamter auf die Lieferando-App. Anleger vermissen positive Impulse? Das ist die Untertreibung des Jahrhunderts. In Wahrheit lechzt der moderne Depotinhaber nach dem ultimativen Kick, den nur die gepflegte Apokalypse bieten kann. Die schwachen Vorgaben aus Asien werden von den hiesigen Brokern mit der Arroganz eines französischen Kellners ignoriert, während man auf den nächsten großen Schock wartet. Denn nichts beflügelt die Fantasie der Algorithmen mehr als die kollektive Verzweiflung. Der DAX startet freundlich in die Woche, was im Klartext bedeutet: Die Gier hat die Vernunft im Hinterhof der Frankfurter Wertpapierbörse mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen und die Leiche in einem Koffer voll Nullkuponanleihen entsorgt. Es ist eine faszinierende Form der ökonomischen Nekrophilie, wenn sinkende Produktion und geopolitische Instabilität als kaufenswerte Rabattaktionen missverstanden werden. Während die Realwirtschaft mit der Anmut eines sterbenden Schwans im Matsch versinkt, feiern die Derivate-Jongleure eine Party, als gäbe es kein Morgen – was angesichts der Datenlage sogar eine statistisch valide Annahme ist. Wer braucht schon fundamentale Daten, wenn man ein Bauchgefühl hat, das so unfehlbar ist wie die Prognosekraft eines Astrologen auf LSD? Am Ende des Tages bleibt die Erkenntnis: Der Markt ist nicht effizient, er ist einfach nur vollkommen irre und braucht dringend eine Überdosis Psychopharmaka oder einen neuen Weltbrand als Renditebeschleuniger.

29.06.2026, 07:01 · Ausgabe Nr. 220

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Schwache Vorgaben aus Asien und die Sorge vor einem erneuten Aufflammen der Krise im Nahen Osten drücken auf die Stimmung am Aktienmarkt. Trotzdem dürfte der DAX freundlich in die Woche starten.

Quelle: tagesschau.de