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In Havanna hat man eine revolutionäre Entdeckung gemacht: Man kann die leeren Mägen der Bevölkerung zwar nicht mit Slogans füllen, aber man kann die Slogans für einen schmalen Taler an ausländische Hedgefonds privatisieren. Die kubanische Führung kündigt eine wirtschaftspolitische Kehrtwende an, die so scharf ist, dass Marx im Grab eine Rotationsgeschwindigkeit erreicht, die das marode Stromnetz der Insel im Alleingang sanieren könnte. Geplant ist eine Öffnung für Investoren, was in der Praxis bedeutet, dass man nun endlich die Freiheit hat, zwischen staatlich verordnetem Hunger und einem privatwirtschaftlich optimierten Hunger-Erlebnis zu wählen. Wer bisher dachte, der Sozialismus sei die gerechte Verteilung von Elend, wird nun eines Besseren belehrt: Der Kapitalismus sorgt dafür, dass das Elend künftig wenigstens eine ansprechende Corporate Identity bekommt. Dass die Infrastruktur zerbröselt, ist dabei ein genialer Schachzug der Kader; man verkauft den Zerfall einfach als Vintage-Erlebnis für zahlungskräftige West-Touristen, die authentisches 50er-Jahre-Feeling suchen, ohne die lästigen Menschenrechte der Moderne. Die Kehrtwende ist so radikal, dass Fidel Castros Bart vermutlich als Bio-Dämmmaterial an schwedische Möbelhäuser versteigert wird, während die Bevölkerung lernt, dass eine freie Marktwirtschaft vor allem die Freiheit bedeutet, sich Dinge nicht leisten zu können, die es ohnehin nicht gibt. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Kuba bleibt sich treu, denn egal ob Plan oder Markt – am Ende des Geldes ist immer noch verdammt viel Karibik übrig.
Wirtschaft

Kuba öffnet Wirtschaft für Investoren: Sozialismus jetzt auch in Premium-Armut erhältlich

In Havanna hat man eine revolutionäre Entdeckung gemacht: Man kann die leeren Mägen der Bevölkerung zwar nicht mit Slogans füllen, aber man kann die Slogans für einen schmalen Taler an ausländische Hedgefonds privatisieren. Die kubanische Führung kündigt eine wirtschaftspolitische Kehrtwende an, die so scharf ist, dass Marx im Grab eine Rotationsgeschwindigkeit erreicht, die das marode Stromnetz der Insel im Alleingang sanieren könnte. Geplant ist eine Öffnung für Investoren, was in der Praxis bedeutet, dass man nun endlich die Freiheit hat, zwischen staatlich verordnetem Hunger und einem privatwirtschaftlich optimierten Hunger-Erlebnis zu wählen. Wer bisher dachte, der Sozialismus sei die gerechte Verteilung von Elend, wird nun eines Besseren belehrt: Der Kapitalismus sorgt dafür, dass das Elend künftig wenigstens eine ansprechende Corporate Identity bekommt. Dass die Infrastruktur zerbröselt, ist dabei ein genialer Schachzug der Kader; man verkauft den Zerfall einfach als Vintage-Erlebnis für zahlungskräftige West-Touristen, die authentisches 50er-Jahre-Feeling suchen, ohne die lästigen Menschenrechte der Moderne. Die Kehrtwende ist so radikal, dass Fidel Castros Bart vermutlich als Bio-Dämmmaterial an schwedische Möbelhäuser versteigert wird, während die Bevölkerung lernt, dass eine freie Marktwirtschaft vor allem die Freiheit bedeutet, sich Dinge nicht leisten zu können, die es ohnehin nicht gibt. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Kuba bleibt sich treu, denn egal ob Plan oder Markt – am Ende des Geldes ist immer noch verdammt viel Karibik übrig.

29.06.2026, 10:00 · Ausgabe Nr. 221

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Marode Infrastruktur, Stromausfälle und Versorgungsmängel bestimmen den Alltag in Kuba. Nun hat die Führung in Havanna eine wirtschaftspolitische Kehrtwende angekündigt - und eine Öffnung für Investoren. Doch kann das funktionieren? Von Jenny Barke.

Quelle: tagesschau.de