
Deutsches Elendsquartett: National-Eunuchen hoffen auf paraguayisches Wunder zur Abwendung der Total-Emaskulation
Nachdem sich die deutsche Nationalmannschaft gegen Ecuador mit der Grazie einer sterbenden Schrankwand bewegte und das Feld als moralischer Trümmerhaufen verließ, klammert sich die Nation nun an das Sechzehntelfinale gegen Paraguay wie ein sinkendes Schiff an eine schwimmende Bild-Zeitung. Der deutsche Fan, dieses faszinierende Wesen aus passivem Patriotismus und aktivem Biermissbrauch, durchlebt derzeit eine kognitive Dissonanz, die selbst Quantenphysiker das Handtuch werfen ließe: Man erwartet den Erfolg einer Truppe, deren taktisches Verständnis zuletzt an den Versuch erinnerte, ein rundes Leder durch bloßes böses Angucken in den Kasten zu hypnotisieren. Julian Nagelsmanns taktische Finessen wirken mittlerweile wie die Bedienungsanleitung eines Toasters, die in Sanskrit verfasst wurde, während die Spieler auf dem Platz so viel Dynamik ausstrahlen wie eine Gruppe Beamter bei der Inventur einer Büroklammernsammlung. Die Hoffnung auf Paraguay entspringt weniger dem Vertrauen in die eigene Stärke, als vielmehr der verzweifelten Hoffnung, dass die Südamerikaner vor lauter Mitleid spontan das kollektive Bewusstsein verlieren. Es ist die ultimative Form der fußballerischen Nekrophilie: Man versucht, einen bereits klinisch toten Sommermärchen-Mythos mit Defibrillatoren aus Hoffenheim-Restbeständen wiederzubeleben, nur um festzustellen, dass man statt Herzschlag lediglich das metallische Klappern von leeren Werbeverträgen hört. Sollte Paraguay am Ende doch gewinnen, wäre das zumindest konsequent, denn wer gegen Ecuador spielt, als hielte er den Ball für eine hochexplosive Antipersonenmine, hat im internationalen Fußball so viel verloren wie ein veganer Metzger auf dem Oktoberfest. Am Ende bleibt nur die bittere Erkenntnis, dass der deutsche Bundesadler derzeit weniger majestätisch kreist, sondern eher wie ein gerupftes Brathähnchen in der Mikrowelle des globalen Spotts rotiert.