
Expedition Staubwedel: Deutschland schickt die Bürokratie bis in den Orbit
Während die Weltmächte bereits an der Privatisierung des Mars arbeiten, setzt die Bundesrepublik Deutschland zur Eroberung des Vakuums an, indem sie dort das etabliert, was sie am besten kann: den intergalaktischen Zuständigkeitsstreit. Das Ziel, Weltraummacht zu werden, scheitert derzeit weniger an der mangelnden Schwerkraft als an der schwerfälligen Hierarchie der Bundeswehr. In den Fluren des Verteidigungsministeriums tobt ein erbitterter Grabenkrieg darüber, ob ein Angriff auf einen deutschen Satelliten als Grenzverletzung der Luftwaffe oder als unbefugtes Betreten durch das Heer gewertet wird. Es ist die deutsche Antwort auf Star Wars: Statt kühner Jedi-Ritter entsendet Berlin ein Bataillon von Ministerialräten, die mit laminierten Dienstvorschriften gegen schwarze Löcher und russische Störsender in den Kampf ziehen. Die Milliardeninvestition fließt hocheffizient in die Entwicklung eines Laser-Messgeräts, das primär prüfen soll, ob der Ereignishorizont die Brandschutzverordnung der Bauordnung NRW erfüllt. Wer uns im Weltraum schützt, bleibt unklar, doch eines ist sicher: Bevor ein deutscher Abfangjäger auch nur den ersten Zündfunken sprüht, muss das Universum erst einmal ein dreifach unterschriebenes Antragsformular in Gelnhausen einreichen. Es ist die ultimative Abschreckung durch Ineffizienz; selbst Außerirdische würden bei Sichtung unserer Verwaltungsprozesse sofort umdrehen, aus purer Angst, die GEZ könnte rückwirkend Gebühren für die Bestrahlung der Erde durch die Sonne fordern. Wenn die Bundeswehr den Weltraum schützt, dann höchstens vor dem Fortschritt, indem sie den Urknall nachträglich wegen Lärmbelästigung nach 22 Uhr anzeigt.