
Selbstbeobachtung im Spiegelkabinett: Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt plant Fusion mit der Zielgruppe
Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt das Ruder übernehmen, steht dem Verfassungsschutz eine Reform bevor, die selbst Franz Kafka als zu bürokratisch-absurd abgelehnt hätte. Das Landesamt für Verfassungsschutz, bisher damit beschäftigt, die Umsturzphantasien der rechtsextremen Landtagsfraktion in Aktenordnern zu konservieren, könnte künftig einfach die Telefonliste der Staatskanzlei als Fahndungsregister nutzen. Die Beobachtung von Verfassungsfeinden gerät zur logistischen Herausforderung, wenn der Beobachter morgens seinem Überwachungsobjekt beim Zähneputzen im Badspiegel begegnet. In Sicherheitskreisen spricht man bereits von einer Effizienzsteigerung durch Symbiose: Wer sich selbst überwacht, spart Fahrtkosten und kann die V-Mann-Honorare direkt als steuerfreie Funktionszulage deklarieren. Besonders pikant wird der länderübergreifende Informationsaustausch. Wenn Sachsen-Anhalts Verfassungsschutz künftig Erkenntnisse über 'gefährliche Netzwerke' an das Bundesamt liefert, handelt es sich technisch gesehen um die Übermittlung des eigenen Urlaubsplans an die Bundesanwaltschaft. Die traditionelle Trennung von Staat und Extremismus wird hier auf das Niveau einer geschiedenen Ehe gesenkt, bei der man aufgrund der Immobilienpreise doch wieder im selben Bett schläft. Sollte der neue Dienstherr dann den Befehl zur Selbstobservierung geben, könnte das zu einer philosophischen Singularität führen, in der sich das deutsche Beamtentum in einer Endlosschleife aus Selbstanzeigen und Überwachungsprotokollen endgültig in den eigenen Aktenstaub auflöst. Am Ende erfährt der Verfassungsschutz vielleicht endlich das, was das Volk längst ahnt: Der gefährlichste Gefährder ist der, der die Besoldungsgruppe A15 für den Untergang des Abendlandes hält.