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Es ist die finale Kapitulation der klassischen Industriemoderne vor der algorithmischen Allmacht: Alphabet zieht in den Dow Jones Industrial Average ein. Ein Index, der einst stolz den Schweiß von Stahlarbeitern und den Geruch von Dieselöl atmete, wird nun endgültig zum Gnadenhof für kalifornische Datenkraken umfunktioniert. Damit ist die Frage, ob der Dow Jones noch die US-Wirtschaft abbildet, mit einem klaren Nein zu beantworten, sofern man unter Wirtschaft noch Dinge versteht, die man sich beim Fallenlassen auf den Fuß brechen kann. Alphabet gesellt sich zu anderen Tech-Fossilen, um dem Index den Anschein von Relevanz zu verleihen, während die restlichen 29 Unternehmen vermutlich nur noch existieren, um Google-Anzeigen für Produkte zu schalten, die ohnehin niemand mehr kauft. Die Aufnahme ist eine rein kosmetische Operation an einem finanzmathematischen Leichnam, der so lange mit Silikon-Valley-Werten aufgepumpt wird, bis die Blase die Stratosphäre erreicht. Es ist die humoristische Pointe der Spätmoderne, dass ein Index, der das Wort Industrial im Namen trägt, nun von einer Firma dominiert wird, deren größtes physisches Asset die Abwärme von Serverfarmen ist, die das Internet nach Katzenbildern durchforsten. Wer braucht schon Brückenbau oder Autoproduktion, wenn man die gesamte Menschheit in ein digitales Hamsterrad aus Bestätigungsfehlern und personalisierter Werbung für überteuerte Heißluftfritteusen stecken kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Dow Jones ist jetzt offiziell das LinkedIn unter den Indizes – ein Ort, an dem sich alte weiße Männer gegenseitig versichern, wie innovativ es ist, die Privatsphäre der Weltbevölkerung gegen drei Cent Kursgewinn einzutauschen.
Wirtschaft

Alphabet im Dow Jones: Der Index für Greise adoptiert das Überwachungsmonopol

Es ist die finale Kapitulation der klassischen Industriemoderne vor der algorithmischen Allmacht: Alphabet zieht in den Dow Jones Industrial Average ein. Ein Index, der einst stolz den Schweiß von Stahlarbeitern und den Geruch von Dieselöl atmete, wird nun endgültig zum Gnadenhof für kalifornische Datenkraken umfunktioniert. Damit ist die Frage, ob der Dow Jones noch die US-Wirtschaft abbildet, mit einem klaren Nein zu beantworten, sofern man unter Wirtschaft noch Dinge versteht, die man sich beim Fallenlassen auf den Fuß brechen kann. Alphabet gesellt sich zu anderen Tech-Fossilen, um dem Index den Anschein von Relevanz zu verleihen, während die restlichen 29 Unternehmen vermutlich nur noch existieren, um Google-Anzeigen für Produkte zu schalten, die ohnehin niemand mehr kauft. Die Aufnahme ist eine rein kosmetische Operation an einem finanzmathematischen Leichnam, der so lange mit Silikon-Valley-Werten aufgepumpt wird, bis die Blase die Stratosphäre erreicht. Es ist die humoristische Pointe der Spätmoderne, dass ein Index, der das Wort Industrial im Namen trägt, nun von einer Firma dominiert wird, deren größtes physisches Asset die Abwärme von Serverfarmen ist, die das Internet nach Katzenbildern durchforsten. Wer braucht schon Brückenbau oder Autoproduktion, wenn man die gesamte Menschheit in ein digitales Hamsterrad aus Bestätigungsfehlern und personalisierter Werbung für überteuerte Heißluftfritteusen stecken kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Dow Jones ist jetzt offiziell das LinkedIn unter den Indizes – ein Ort, an dem sich alte weiße Männer gegenseitig versichern, wie innovativ es ist, die Privatsphäre der Weltbevölkerung gegen drei Cent Kursgewinn einzutauschen.

30.06.2026, 13:00 · Ausgabe Nr. 239

Original Nachricht

Mit der Alphabet-Aktie kommt ein weiteres Tech-Schwergewicht in den 30 Werte umfassenden amerikanischen Leitindex Dow Jones. Damit stellt sich die Frage: Bildet der überhaupt noch den Zustand der US-Wirtschaft ab?

Quelle: tagesschau.de