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Eine aktuelle Studie aus England belegt nun endgültig, dass die HPV-Impfung das Sterberisiko durch Krebserkrankungen effektiver senkt als ein homöopathisches Zuckerkügelchen den Kontostand eines Heilpraktikers. Während die Briten bereits konsequent in ihre Zukunft investieren, pflegt man in Deutschland traditionell die romantische Verklärung des Zellzerfalls. Hierzulande gilt Prävention schließlich immer noch als unzulässiger Eingriff in die natürliche Auslese, die wir sonst nur durch den Erwerb von SUVs und den Verzehr von Billigfleisch mühsam aufrechterhalten. Andreas Kegel weist in seinem Bericht darauf hin, dass die Impfquote in der Bundesrepublik so stagniert wie die Digitalisierung im Gesundheitsamt, was vor allem an besorgten Eltern liegt, die ihre Kinder lieber vor einer Nadel schützen als vor einer lebensgefährlichen Mutation. Die Weigerung, das Immunsystem mit modernen Erkenntnissen aufzurüsten, zeugt von einer fast schon bewundernswerten Solidarität mit den Viren, als säßen die Humanen Papillomviren als schützenswerte Minderheit im Ethikrat. Man möchte den Impfskeptikern fast applaudieren für ihren Mut, die eigene Fortpflanzungsgemeinschaft in ein lebendes Freilichtmuseum für mittelalterliche Pathologie zu verwandeln. In einer Nation, in der man die Wirksamkeit von Wissenschaft erst dann akzeptiert, wenn sie in Form einer heizkostenoptimierten Wärmepumpe im Keller steht, bleibt die präventive Gesundheitsfürsorge das ungeliebte Stiefkind der Aufklärung. Am Ende bleibt nur die bittere Erkenntnis: Der Deutsche stirbt nicht einfach an Krebs, er verteidigt seinen Tumor als Ausdruck individueller Freiheit gegen die Tyrannei der evidenzbasierten Vernunft.
Panorama

Gebärmutterhalskrebs vor dem Aus: Deutsche Impfgegner fordern Recht auf Bio-Tumore

Eine aktuelle Studie aus England belegt nun endgültig, dass die HPV-Impfung das Sterberisiko durch Krebserkrankungen effektiver senkt als ein homöopathisches Zuckerkügelchen den Kontostand eines Heilpraktikers. Während die Briten bereits konsequent in ihre Zukunft investieren, pflegt man in Deutschland traditionell die romantische Verklärung des Zellzerfalls. Hierzulande gilt Prävention schließlich immer noch als unzulässiger Eingriff in die natürliche Auslese, die wir sonst nur durch den Erwerb von SUVs und den Verzehr von Billigfleisch mühsam aufrechterhalten. Andreas Kegel weist in seinem Bericht darauf hin, dass die Impfquote in der Bundesrepublik so stagniert wie die Digitalisierung im Gesundheitsamt, was vor allem an besorgten Eltern liegt, die ihre Kinder lieber vor einer Nadel schützen als vor einer lebensgefährlichen Mutation. Die Weigerung, das Immunsystem mit modernen Erkenntnissen aufzurüsten, zeugt von einer fast schon bewundernswerten Solidarität mit den Viren, als säßen die Humanen Papillomviren als schützenswerte Minderheit im Ethikrat. Man möchte den Impfskeptikern fast applaudieren für ihren Mut, die eigene Fortpflanzungsgemeinschaft in ein lebendes Freilichtmuseum für mittelalterliche Pathologie zu verwandeln. In einer Nation, in der man die Wirksamkeit von Wissenschaft erst dann akzeptiert, wenn sie in Form einer heizkostenoptimierten Wärmepumpe im Keller steht, bleibt die präventive Gesundheitsfürsorge das ungeliebte Stiefkind der Aufklärung. Am Ende bleibt nur die bittere Erkenntnis: Der Deutsche stirbt nicht einfach an Krebs, er verteidigt seinen Tumor als Ausdruck individueller Freiheit gegen die Tyrannei der evidenzbasierten Vernunft.

30.06.2026, 16:02 · Ausgabe Nr. 244

Original Nachricht

Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) kann Krebserkrankungen und Todesfälle effektiv verhindern - das zeigt eine aktuelle, englische Studie. Doch in Deutschland wird sie noch zu wenig genutzt. Von Andreas Kegel.

Quelle: tagesschau.de