
Kronen-Revival: Schweden entdeckt primitives Tauschmittel zur Vermeidung digitaler Geisterjäger
In Stockholm herrscht nackte Panik, während man versucht, jene physischen Objekte namens Muenzgeld wieder in den Alltag zu integrieren, die man jahrelang wie radioaktiven Abfall behandelte. Bisher war Bargeld in Schweden so selten wie ein lachender Ingmar-Bergman-Darsteller, doch nun zwingt die Regierung Lebensmittelgeschäfte und Apotheken zurück in die Steinzeit der Haptik. Offiziell dient das neue Gesetz der Krisenvorsorge, inoffiziell realisiert man im Land von IKEA und Spotify wohl gerade, dass man seine gesamte nationale Souveraenitaet gegen den Komfort getauscht hat, ein Paeckchen Knaeckebrot per implantiertem Mikrochip unter der Haut zu bezahlen. Wenn der Strom ausfaellt, steht der moderne Schwede naemlich da wie ein Elch im Scheinwerferlicht: Er ist zwar digital perfekt vernetzt, kann sich aber ohne funktionierendes WLAN nicht einmal eine Packung Kopfschmerztabletten kaufen, um das Pochen im Kopf zu lindern, das die staendige Strahlung der Kartenterminals verursacht. Es ist die ultimative Demuetigung fuer eine Nation, die glaubte, die Zukunft gepachtet zu haben, nur um festzustellen, dass ein Stueck bedrucktes Papier im Ernstfall mehr Wert hat als das gesamte cloudbasierte Vermoegen eines durchschnittlichen Start-up-Gruenders. Nun muessen Apotheker wieder lernen, wie man Wechselgeld herausgibt, ohne vorher eine App-Aktualisierung durchzufuehren oder den Kunden nach seinem LinkedIn-Profil zu fragen. Die stolzen Nordmaenner weichen also zurueck: Vom kontaktlosen Bezahlen zum kontaktfreudigen Kramen in der Hosentasche, wo man hoffentlich noch etwas anderes findet als nur die digitalen Fingerabdruecke des chinesischen Geheimdienstes. Ein Hoch auf die Anonymitaet des Bargelds, die es dem Schweden endlich wieder ermoeglicht, Snu-Tabak zu kaufen, ohne dass der Algorithmus sofort eine Erbehoeung der Lebensversicherung vorschlaegt.