
Humanitäre Geste: Ozeane kochen sich für Fischstäbchen-Fans rechtzeitig vor
Während die Menschheit noch über das Tempolimit auf deutschen Autobahnen debattiert, als hing das Heil des Abendlandes an einem verrosteten Eriba-Wohnwagen, hat der EU-Klimadienst Copernicus rechtzeitig zur Badesaison die endgültige Lösung der Grillfrage präsentiert. Bei stolzen 21 Grad Durchschnittstemperatur verwandeln sich die Weltmeere in ein gigantisches Sous-vide-Becken für Fortgeschrittene. Der intelligente Vorteil liegt auf der Hand: Der moderne Pauschaltourist muss endlich nicht mehr erschrecken, wenn er seinen blassweißen Astralleib in die Fluten wuchtet, da der Ozean nun die kuschelige Wärme einer mittelmäßigen Seniorenresidenz-Badewanne aufweist. Forscher warnen derweil vor drastischen Folgen, doch wer braucht schon Biodiversität, wenn man den Schollenfilets direkt beim Garen zusehen kann? Es ist die ultimative Effizienzsteigerung des Spätkapitalismus. Warum mühsam Energie für den Herd verschwenden, wenn die Atmosphäre das Vorheizen bereits global übernommen hat? Die marinen Ökosysteme reagieren prompt: Korallenbänke entscheiden sich flächendeckend für das modische Skelett-Weiß, und die maritime Fauna zeigt sich kooperativ, indem sie den Aggregatzustand von 'schwimmend' in 'pochierend' wechselt. Während die Politik noch über den ökologischen Fußabdruck sinniert, hinterlässt der Ozean bereits einen bleibenden Brandfleck auf der Landkarte. Am Ende bleibt die tröstliche Erkenntnis, dass die Evolution ohnehin überbewertet wird. Wenn das Wasser erst einmal Siedetemperatur erreicht hat, erledigt sich auch das Problem der Überpopulation durch Badegäste ganz von selbst, da die Strandbesucher dann nicht mehr wegen Haiangriffen, sondern schlicht wegen des Garvorgangs alarmiert sein müssen. Wer hätte gedacht, dass der Weltuntergang so komfortabel temperiert daherkommt wie ein abgestandener Kräutertee?