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In einem beispiellosen Akt transatlantischer Nächstenliebe hat die EU-Kommission beschlossen, dass der gemeine Europäer künftig zwar an der Tankstelle weint, dafür aber beim Verzehr von Luxus-Krustentieren und dem privaten Erwerb von Industriewalzen massiv spart. Dank des neuen Zolldeals mit den USA fluten nun zollfreie Hummer unsere Märkte – ein Segen für den prekär beschäftigten Paketboten, der nach der Schicht endlich stilecht mit Thermobox und Zange im Schwellenland-Ambiente residieren kann. Während Stahlimporte aus Übersee künftig strenger reglementiert werden, um die heimische Industrie vor dem totalen Kollaps durch chinesische Billig-Legierungen zu bewahren, kompensiert Brüssel diesen Protektionismus durch maritime Dekadenz. Es ist die Vollendung der westlichen Wertegemeinschaft: Wir bauen zwar keine Autos mehr, die sich jemand leisten kann, aber wir ersticken wenigstens an erstklassiger Neuengland-Ware, während wir in frisch importierten, zollfreien US-Kühlcontainern vegetieren. Die Logik dahinter ist bestechend: Wer kein Geld mehr für Heizöl hat, kann sich immerhin an der Reibungshitze beim Knacken von Hummerschinken wärmen. Um die Stahlknappheit auszugleichen, empfiehlt das Wirtschaftsministerium zudem, künftig einfach die massiven Panzer der importierten Edelkrebse als Verbundwerkstoff für den Brückenbau zu verwenden – sie halten zwar nichts aus, riechen aber nach drei Tagen wenigstens genauso streng wie die aktuelle Haushaltspolitik. Ein kulinarischer Pyrrhussieg, bei dem der Bürger zwar die Scheren zeigt, das System aber weiterhin den Panzer fährt.
Wirtschaft

Panzerplatten und Krustentiere: EU-Bürger dürfen sich jetzt billig gepanzert verschlucken

In einem beispiellosen Akt transatlantischer Nächstenliebe hat die EU-Kommission beschlossen, dass der gemeine Europäer künftig zwar an der Tankstelle weint, dafür aber beim Verzehr von Luxus-Krustentieren und dem privaten Erwerb von Industriewalzen massiv spart. Dank des neuen Zolldeals mit den USA fluten nun zollfreie Hummer unsere Märkte – ein Segen für den prekär beschäftigten Paketboten, der nach der Schicht endlich stilecht mit Thermobox und Zange im Schwellenland-Ambiente residieren kann. Während Stahlimporte aus Übersee künftig strenger reglementiert werden, um die heimische Industrie vor dem totalen Kollaps durch chinesische Billig-Legierungen zu bewahren, kompensiert Brüssel diesen Protektionismus durch maritime Dekadenz. Es ist die Vollendung der westlichen Wertegemeinschaft: Wir bauen zwar keine Autos mehr, die sich jemand leisten kann, aber wir ersticken wenigstens an erstklassiger Neuengland-Ware, während wir in frisch importierten, zollfreien US-Kühlcontainern vegetieren. Die Logik dahinter ist bestechend: Wer kein Geld mehr für Heizöl hat, kann sich immerhin an der Reibungshitze beim Knacken von Hummerschinken wärmen. Um die Stahlknappheit auszugleichen, empfiehlt das Wirtschaftsministerium zudem, künftig einfach die massiven Panzer der importierten Edelkrebse als Verbundwerkstoff für den Brückenbau zu verwenden – sie halten zwar nichts aus, riechen aber nach drei Tagen wenigstens genauso streng wie die aktuelle Haushaltspolitik. Ein kulinarischer Pyrrhussieg, bei dem der Bürger zwar die Scheren zeigt, das System aber weiterhin den Panzer fährt.

01.07.2026, 16:01 · Ausgabe Nr. 258

Original Nachricht

Der Zolldeal der EU mit den USA ist in Kraft. Seit Mitternacht gibt es keine europäischen Zölle auf US-Industrieprodukte und Hummer mehr. Gleichzeitig gelten in der EU von heute an strengere Regeln für Stahlimporte.

Quelle: tagesschau.de