
Mineralölkonzerne führen erstmals Platin-Mitgliedschaft für den einfachen Besuch der Zapfsäule ein
Das Ende des Tankrabatts markiert historisch gesehen den Moment, in dem die FDP endgültig lernte, dass man einen Brand nicht mit symbolischen Löschpapier-Subventionen bekämpft, wenn die Mineralölkonzerne zeitgleich mit dem Flammenwerfer danebenstehen. Während Super E10 und Diesel die Zwei-Euro-Marke mit der Eleganz eines Hochspringers auf Speed überschritten haben, rät das Wirtschaftsministerium den Bürgern nun zu kreativen Alternativen wie der klassischen Fortbewegung per Sänfte oder dem bloßen Daheimbleiben in embryonaler Haltung. Die Preisgestaltung an den Anzeigentafeln folgt mittlerweile nicht mehr wirtschaftlichen Logiken, sondern gleicht einem sadistischen Intelligenztest für Pendler, die offensichtlich bereit sind, für einen Liter fossiler Dinosaurier-Jauche den Gegenwert eines Kleinwagens in der Dritten Welt zu entrichten. Besonders perfide: Die Ölmultis haben angekündigt, das Design der Preisschilder zu ändern, da die bisherigen Digitalanzeigen für fünfstellige Beträge vor dem Komma schlichtweg nicht ausgelegt waren. Es ist die größte Umverteilung von unten nach ganz weit oben seit der Erfindung der Ablassbriefe, nur dass man heute für seine Sünden nicht in die Hölle fährt, sondern einfach in einem rostigen Opel Corsa steckenbleibt, weil das Portemonnaie vor der Autobahnauffahrt kapituliert hat. Wer jetzt noch behauptet, der Markt regele das, hat völlig recht: Er regelt gerade präzise, wer sich noch eine Fahrt zum Supermarkt leisten kann und wer stattdessen den eigenen Urin zur Kühlung der Zylinderkopfdichtung verwenden muss.