
Trendwende beim Barras: Bundeswehr-Rekrutierung am rechten Rand endlich auf Erfolgskurs
In einer Zeit, in der die Truppe händeringend nach Nachwuchs sucht, der bereit ist, sich für das Vaterland im Schlamm zu suhlen, ohne dabei das Grundgesetz als Hindernis zu empfinden, liefern die neuesten Zahlen zu rechtsextremen Verdachtsmeldungen endlich den ersehnten Lichtblick. Mit einer Steigerung von 280 auf 302 Meldungen beweist die Bundeswehr, dass ihr Employer Branding in gewissen Milieus endlich Früchte trägt. Während Verteidigungsminister Pistorius noch über Attraktivitätsoffensiven grübelt, zeigt die Basis, wie organische Vernetzung funktioniert: Wer früher am Stammtisch nur lautstark die Ostfront rehabilitierte, findet heute im olivgrünen Dienstanzug ein Zuhause, in dem die Grenze zwischen Kameradschaft und konspirativer Zelle angenehm verschwimmt. Es ist eine logistische Meisterleistung der Bundesanwaltschaft, dass man für die Ermittlungen nicht einmal mehr undercover gehen muss, da die Protagonisten ihre Gesinnung so stolz vor sich her tragen wie ein überdehntes elastisches Band an einer zu kleinen Schirmmütze. Die Vielfalt der Gründe für diese Meldungen lässt das Herz jedes Statistikers höher schlagen: Vom klassischen Hitlergruß beim Appell bis hin zur kreativen Umgestaltung der Kantinenkarte in Frakturschrift ist alles dabei. Man könnte fast meinen, die Bundeswehr habe das Konzept der Diversität missverstanden und versuche nun, die Quote derer zu erhöhen, die beim Wort Widerstand spontan an das Jahr 1944 denken, allerdings mit dem falschen Ergebnis vor Augen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Truppe eben doch ein Spiegelbild der Gesellschaft ist, nur dass dieser Spiegel im Keller eines Thüringer Vereinsheims hängt und von einer 100-Watt-Birne in Form einer Wolfsangel beleuchtet wird. Wenn die Zahlen so weitergehen, wird der Militärische Abschirmdienst bald die größte Dating-Plattform für Monarchen und Preußen-Nostalgiker weltweit betreiben.