
Groko-Nekromantie: Union und SPD präsentieren homöopathisches Wachstumsserum für wirtschaftliche Leichenstarre
In einer nächtlichen Séance, die fälschlicherweise als Koalitionsausschuss deklariert wurde, haben die politischen Geisterfahrer von CDU, CSU und SPD ein Paket für Wachstum und Beschäftigung geschnürt, das in seiner Wirksamkeit nur noch von den Versprechungen eines fliegenden Teppichverkäufers übertroffen wird. Während das Bruttoinlandsprodukt im Keller mittlerweile nach Erdöl bohrt, einigten sich die Spitzenpolitiker auf eine Reform der Einkommenssteuer, die dem Durchschnittsverdiener monatlich exakt so viel Mehrwert beschert, dass es für eine Kugel Eis oder drei Minuten Parken in der Berliner Innenstadt reicht. Es ist die hohe Kunst der politischen Akupunktur: Man sticht ziellos mit rostigen Nadeln in den aufgeblähten Staatskörper, in der Hoffnung, dass der Patient vor Schmerz wenigstens kurz zuckt und somit Lebenszeichen simuliert. Besonders die SPD feiert die Einigung als sozialen Meilenstein, was in ihrer Sprache bedeutet, dass sie erfolgreich verhindert hat, dass die FDP versehentlich die Marktwirtschaft einführt. Die Union hingegen verkauft den Reförmchen-Haufen als entfesselte Dynamik, wohlwissend, dass die einzige Entfesselung in diesem Land derzeit die der Insolvenzverwalter ist. Am Vormittag wollen die Herrschaften die Details präsentieren, wahrscheinlich untermalt von einer feierlichen Übergabe von Beruhigungspillen an den Mittelstand, während man gleichzeitig die Bürokratie so massiv ausbaut, dass für jedes neue Arbeitsverhältnis künftig mindestens drei Urwälder abgeholzt werden müssen, um das Formularwesen zu bewältigen. Wer dieses Paket für Wachstum hält, glaubt vermutlich auch, dass man ein sinkendes Kreuzfahrtschiff durch das kollektive Pusten gegen die Segel im Kurs halten kann. Am Ende bleibt die Erkenntnis: In Berlin wird das Rad nicht neu erfunden, es wird lediglich im Stillstand so schnell gedreht, dass die Reibungswärme die einzige Energiequelle ist, die der Regierung noch bleibt.