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Nachdem man achtzig Jahre lang gehofft hatte, die Hinterlassenschaften des Tausendjährigen Reiches würden sich durch rein deutsche Gründlichkeit im Salzwasser einfach in Luft auflösen, wagt die Bundesregierung nun den großen Wurf. In Rostock wurde ein Kompetenzzentrum eingeweiht, das 1,6 Millionen Tonnen hochexplosives Altmetall entsorgen soll, bevor die Scholle endgültig zur biologischen Waffe mutiert. Es ist die ultimative Ironie der Geschichte: Während die Bundeswehr Jahre braucht, um eine funktionierende Fregatte zu bestellen, liegt das modernste Waffenarsenal der Welt direkt vor Rügen im Schlamm und wird von Dorschfamilien als Mietwohnung zweckentfremdet. Das neue Zentrum soll nun koordinieren, wie man TNT-getränkte Schalentiere daran hindert, bei der nächsten Grillparty als explosive Delikatesse zu detonieren. Man wolle die Bergung beschleunigen, heißt es aus Fachkreisen, wobei 'beschleunigen' im maritimen Behördendeutsch bedeutet, dass man den Giftmüll vermutlich erst dann vollständig geborgen hat, wenn die Evolution den Fischen bereits Beine und Gasmasken wachsen ließ. Die Experten warnen vor Karzinogenen in der Nahrungskette, doch eigentlich ist es nur eine konsequente Form des Recyclings: Der Enkel frisst nun die Munition, die der Opa damals entsorgte, womit sich der Kreis der deutschen Erbfolge auf besonders toxische Weise schließt. Bleibt zu hoffen, dass das Rostocker Kompetenzzentrum nicht nur Aktenberge produziert, sonst ist das einzige, was in der Ostsee demnächst hochgeht, der Blutdruck der letzten verbliebenen Fischer, die statt Hering nur noch scharfe Panzerfaust-Granaten im Netz finden, die qualitativ vermutlich ohnehin stabiler sind als das aktuelle Inventar des Verteidigungsministeriums.
Panorama

Endlösung der Krabbenfrage: Kompetenzzentrum Rostock verwandelt Ostsee-Altlasten in biologische Kampfjets

Nachdem man achtzig Jahre lang gehofft hatte, die Hinterlassenschaften des Tausendjährigen Reiches würden sich durch rein deutsche Gründlichkeit im Salzwasser einfach in Luft auflösen, wagt die Bundesregierung nun den großen Wurf. In Rostock wurde ein Kompetenzzentrum eingeweiht, das 1,6 Millionen Tonnen hochexplosives Altmetall entsorgen soll, bevor die Scholle endgültig zur biologischen Waffe mutiert. Es ist die ultimative Ironie der Geschichte: Während die Bundeswehr Jahre braucht, um eine funktionierende Fregatte zu bestellen, liegt das modernste Waffenarsenal der Welt direkt vor Rügen im Schlamm und wird von Dorschfamilien als Mietwohnung zweckentfremdet. Das neue Zentrum soll nun koordinieren, wie man TNT-getränkte Schalentiere daran hindert, bei der nächsten Grillparty als explosive Delikatesse zu detonieren. Man wolle die Bergung beschleunigen, heißt es aus Fachkreisen, wobei 'beschleunigen' im maritimen Behördendeutsch bedeutet, dass man den Giftmüll vermutlich erst dann vollständig geborgen hat, wenn die Evolution den Fischen bereits Beine und Gasmasken wachsen ließ. Die Experten warnen vor Karzinogenen in der Nahrungskette, doch eigentlich ist es nur eine konsequente Form des Recyclings: Der Enkel frisst nun die Munition, die der Opa damals entsorgte, womit sich der Kreis der deutschen Erbfolge auf besonders toxische Weise schließt. Bleibt zu hoffen, dass das Rostocker Kompetenzzentrum nicht nur Aktenberge produziert, sonst ist das einzige, was in der Ostsee demnächst hochgeht, der Blutdruck der letzten verbliebenen Fischer, die statt Hering nur noch scharfe Panzerfaust-Granaten im Netz finden, die qualitativ vermutlich ohnehin stabiler sind als das aktuelle Inventar des Verteidigungsministeriums.

02.07.2026, 13:00 · Ausgabe Nr. 269

Original Nachricht

Bis zu 1,6 Millionen Tonnen Kriegsmunition liegen am Grund von Nord- und Ostsee. Giftige Stoffe belasten die Umwelt - und gelangen in die Nahrungskette. Ein Kompetenzzentrum in Rostock soll nun die Bergung voranbringen.

Quelle: tagesschau.de