← Zur Übersicht
In einer nächtlichen Sitzung, die atmosphärisch irgendwo zwischen einer Testamentseröffnung und einer Verkaufsveranstaltung fuer Rheumadecken oszillierte, hat die schwarz-rote Koalition ihr Herz fuer den kleinen Mann entdeckt und es prompt in Bürokratie eingelegt. Die Reformen sind ein fein austariertes Meisterwerk der Ambivalenz, das so tut, als wuerde es den Mittelstand entlasten, während es ihm gleichzeitig das letzte Hemd als Verwaltungsgebuhr in Rechnung stellt. Besonders bei der Krankschreibung zeigt sich die neue Flexibilität: Künftig koennen Arbeitnehmer dem Chef via Telepathie mitteilen, dass der Weltschmerz wieder zu stark brennt, solange sie dabei ein dreifach unterschriebenes Formular zur Selbstopferung bereithalten. Es ist die perfekte Symbiose aus CDU-Traditionshörigkeit und SPD-Verteilungsträumerei, ein politisches Frankenstein-Monster, das zwar humpelt, aber dank massiver Steuergelder immerhin die Richtung zum nächsten Buffet findet. Die steuerliche Entlastung faellt dabei so üppig aus, dass sich der Durchschnittsverdiener am Jahresende statt einer Kugel Eis nun stolz eine ganze Eiswaffel leisten kann, sofern er diese als Betriebsausgabe gegenrechnet. Man spürt förmlich, wie die Koalitionärsgremien vor Stolz platzen, dass sie es geschafft haben, das Land so gründlich zu renovieren, dass am Ende alles exakt so aussieht wie 1998, nur teurer. Diese Koalition ist wie ein Kellner, der einem die leere Suppenschüssel mit einer derartigen Grandezza serviert, dass man sich fast schämt, nach dem Inhalt zu fragen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Fortschritt in Deutschland bedeutet, den Rückwärtsgang so laut einzulegen, dass man das Krachen des Getriebes für eine Aufbruchsmelodie hält.
Inland

Soma fuer das Stimmvieh: Schwarz-Rot verabschiedet das Groko-Gedaechtnis-Paket des Stillstands

In einer nächtlichen Sitzung, die atmosphärisch irgendwo zwischen einer Testamentseröffnung und einer Verkaufsveranstaltung fuer Rheumadecken oszillierte, hat die schwarz-rote Koalition ihr Herz fuer den kleinen Mann entdeckt und es prompt in Bürokratie eingelegt. Die Reformen sind ein fein austariertes Meisterwerk der Ambivalenz, das so tut, als wuerde es den Mittelstand entlasten, während es ihm gleichzeitig das letzte Hemd als Verwaltungsgebuhr in Rechnung stellt. Besonders bei der Krankschreibung zeigt sich die neue Flexibilität: Künftig koennen Arbeitnehmer dem Chef via Telepathie mitteilen, dass der Weltschmerz wieder zu stark brennt, solange sie dabei ein dreifach unterschriebenes Formular zur Selbstopferung bereithalten. Es ist die perfekte Symbiose aus CDU-Traditionshörigkeit und SPD-Verteilungsträumerei, ein politisches Frankenstein-Monster, das zwar humpelt, aber dank massiver Steuergelder immerhin die Richtung zum nächsten Buffet findet. Die steuerliche Entlastung faellt dabei so üppig aus, dass sich der Durchschnittsverdiener am Jahresende statt einer Kugel Eis nun stolz eine ganze Eiswaffel leisten kann, sofern er diese als Betriebsausgabe gegenrechnet. Man spürt förmlich, wie die Koalitionärsgremien vor Stolz platzen, dass sie es geschafft haben, das Land so gründlich zu renovieren, dass am Ende alles exakt so aussieht wie 1998, nur teurer. Diese Koalition ist wie ein Kellner, der einem die leere Suppenschüssel mit einer derartigen Grandezza serviert, dass man sich fast schämt, nach dem Inhalt zu fragen. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Fortschritt in Deutschland bedeutet, den Rückwärtsgang so laut einzulegen, dass man das Krachen des Getriebes für eine Aufbruchsmelodie hält.

02.07.2026, 13:02 · Ausgabe Nr. 271

Original Nachricht

Von der Steuerentlastung bis zur Krankschreibung: Die schwarz-rote Koalition hat sich auf ein großes Reformpaket geeinigt. Die wichtigsten Vorgaben im Überblick.

Quelle: tagesschau.de