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In einer choreografierten Darbietung, die selbst nordkoreanische Staatsballette als übertrieben effekthascherisch einstufen würden, hat die Bundesregierung ihre neuen Reformpläne als Monument der Einigkeit präsentiert. Christian Lindner lächelte dabei so angestrengt staatsmännisch, als hätte er gerade eine private Thermomix-Party zur Rettung der Schuldenbremse überlebt, während Robert Habeck die Aura eines tiefenentspannten Yogalehrers verströmte, der heimlich das Studio des insolventen Nachbarn übernommen hat. Von I. Spinner erfährt die staunende Fachwelt, dass diese neue Zusammenarbeit vor allem darauf fußt, dass man sich im Kanzleramt darauf geeinigt hat, die Realität bis auf Weiteres durch ein sehr teures, durch Steuermittel finanziertes Hologramm zu ersetzen. Olaf Scholz moderierte das Spektakel mit der rhetorischen Dynamik einer feuchten Raufasertapete, was im Berliner Politikbetrieb bereits als leidenschaftlicher Ausbruch von Führungswillen gewertet wird. Die Pläne sind so präzise formuliert, dass sie gleichzeitig als Absichtserklärung zum Bürokratieabbau und als Bedienungsanleitung für eine Kaffeemaschine aus der DDR durchgehen könnten. Es ist die hohe Kunst des politischen Synchronschwimmens in einem Becken, das seit Monaten kein Wasser mehr führt, aber dafür mit reichlich juristischem Gleitmittel ausgekleidet wurde. Wer diese Geschlossenheit für bare Münze nimmt, glaubt vermutlich auch, dass die Deutsche Bahn Pünktlichkeit als geheimes Hobby pflegt. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Diese Koalitionreform ist wie ein alkoholfreies Bier bei einer Schlägerei – sie sieht nach Widerstandskraft aus, hinterlässt aber bei allen Beteiligten lediglich einen faden Beigeschmack und einen dringenden Drang nach echtem politischem Gehalt.
Inland

Harmonie-Simulations-Gipfel: Koalition unterzeichnet Nichtangriffspakt mit der eigenen Bedeutungslosigkeit

In einer choreografierten Darbietung, die selbst nordkoreanische Staatsballette als übertrieben effekthascherisch einstufen würden, hat die Bundesregierung ihre neuen Reformpläne als Monument der Einigkeit präsentiert. Christian Lindner lächelte dabei so angestrengt staatsmännisch, als hätte er gerade eine private Thermomix-Party zur Rettung der Schuldenbremse überlebt, während Robert Habeck die Aura eines tiefenentspannten Yogalehrers verströmte, der heimlich das Studio des insolventen Nachbarn übernommen hat. Von I. Spinner erfährt die staunende Fachwelt, dass diese neue Zusammenarbeit vor allem darauf fußt, dass man sich im Kanzleramt darauf geeinigt hat, die Realität bis auf Weiteres durch ein sehr teures, durch Steuermittel finanziertes Hologramm zu ersetzen. Olaf Scholz moderierte das Spektakel mit der rhetorischen Dynamik einer feuchten Raufasertapete, was im Berliner Politikbetrieb bereits als leidenschaftlicher Ausbruch von Führungswillen gewertet wird. Die Pläne sind so präzise formuliert, dass sie gleichzeitig als Absichtserklärung zum Bürokratieabbau und als Bedienungsanleitung für eine Kaffeemaschine aus der DDR durchgehen könnten. Es ist die hohe Kunst des politischen Synchronschwimmens in einem Becken, das seit Monaten kein Wasser mehr führt, aber dafür mit reichlich juristischem Gleitmittel ausgekleidet wurde. Wer diese Geschlossenheit für bare Münze nimmt, glaubt vermutlich auch, dass die Deutsche Bahn Pünktlichkeit als geheimes Hobby pflegt. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Diese Koalitionreform ist wie ein alkoholfreies Bier bei einer Schlägerei – sie sieht nach Widerstandskraft aus, hinterlässt aber bei allen Beteiligten lediglich einen faden Beigeschmack und einen dringenden Drang nach echtem politischem Gehalt.

02.07.2026, 16:00 · Ausgabe Nr. 272

Original Nachricht

Geschlossen, fast gelöst präsentiert sich die Koalition bei ihren Reformplänen - nach monatelangem Hin und Her ist nun von Zusammenarbeit und gemeinsamen Lösungen die Rede. Wie tragfähig das ist, wird sich noch zeigen. Von I. Spinner.

Quelle: tagesschau.de