
Zapfhahn-Phobie: Tankwarte bereiten sich auf den großen Meltdown der Mittelklasse vor
In deutschen Tankstellen herrscht gegenwärtig eine Atmosphäre, wie man sie sonst nur aus Endzeitfilmen oder den Wartezimmern von Burnout-Kliniken kennt. Seit das staatlich verordnete Placebo namens Tankrabatt ausgelaufen ist, bereiten sich die Pächter auf die Rückkehr des Endgegners vor: den deutschen Autofahrer in seiner reinsten Form. Es ist jener Typus Mensch, der bereitwillig zehntausend Euro Aufpreis für beheizbare Ledersitze in seinem SUV investiert, aber beim Anblick einer Preistafel mit Werten jenseits der Zwei-Euro-Marke eine psychotische Episode erleidet, die selbst erfahrene Exorzisten ratlos zurückließe. Die Pächter, die monatelang als Blitzableiter für die ökonomische Analphabeten-Elite fungierten, rüsten nun auf. Es wird berichtet, dass erste Betreiber über den Einbau von schusssicherem Glas nachdenken, primär um sich vor den verbalen Splittern derer zu schützen, die ihren ökologischen Fußabdruck mit der Subtilität einer Planierraupe in den Asphalt brennen. Die intellektuelle Transferleistung, dass ein endliches Gut bei steigender Nachfrage und geopolitischer Instabilität tendenziell nicht zum Preis eines Kaugummis zu haben ist, überfordert das kognitive Budget des Durchschnittspendlers derart massiv, dass nur noch das Ventil des stumpfen Zorns bleibt. Susett Kleine beobachtet eine Szenerie, in der erwachsene Männer beim Blick auf die Zapfsäule weinen wie Kleinkinder, denen man das Lieblingsspielzeug weggenommen hat, während sie gleichzeitig ihre eigene Unfähigkeit zur Selbstreflexion im Premium-Sprit ertränken. Die Moral von der Geschichte ist simpel: Wer sich Freiheit als das Recht definiert, billig fossile Brennstoffe in Lärm und Feinstaub zu verwandeln, wird am Ende feststellen, dass der einzige echte Rabatt im Kopf stattfindet – und dort herrscht seit Jahren gähnende Leere.