
Google spendet 4,1 Milliarden Euro für den Erhalt analoger Behörden-Faxgeräte
In einem beispiellosen Akt unfreiwilliger Philanthropie hat der Europäische Gerichtshof Google dazu verdonnert, die Portokasse zu plündern und 4,1 Milliarden Euro in den EU-Haushalt zu überweisen. Der Grund: Das Silicon-Valley-Imperium hatte Android-Hersteller mit der Subtilität eines sizilianischen Olivenölimporteurs dazu genötigt, die hauseigene Suche vorzuinstallieren. Man könnte es Monopolbildung nennen, Google nennt es vermutlich eine geführte Meditation zur digitalen Alternativlosigkeit. Dass der EuGH diese Praxis nun als wettbewerbswidrig geißelt, ist in etwa so überraschend wie die Erkenntnis, dass Algorithmen keine Seele haben, aber verdammt gut darin sind, uns Staubsaugerbeutel zu verkaufen, die wir bereits besitzen. Der EU-Kommission steht nun ein Geldregen ins Haus, der so gewaltig ist, dass man in Brüssel kurzzeitig überlegte, davon eine einzige funktionierende Software für die deutsche Rentenversicherung zu kaufen, bevor man sich dann doch für den Bau von drei weiteren nutzlosen Kreisverkehren und eine Bronzestatue für Bürokratie-Heilige entschied. Während Google-Mutter Alphabet den Betrag vermutlich aus den Sofakissen der Vorstandsetage zusammenkratzt, feiert die europäische Politik diesen Sieg als heroischen Schlag gegen die Übermacht der Tech-Giganten. Es ist das moderne Äquivalent dazu, einem Drachen eine Schuppe auszureißen und sich dann darüber zu wundern, dass das Biest immer noch das ganze Dorf verspeisen kann. Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: 4,1 Milliarden Euro klingen zwar nach einer schmerzhaften Strafe, sind für Google jedoch lediglich die fällige Parkgebühr dafür, dass sie seit einem Jahrzehnt die gesamte globale Datenautobahn als Privatbesitz deklariert haben.